Umbau an der Moritzstraße Zwickau
FOTO: Helmut Pfefferkorn, Zwickau

Umbau an der Moritzstrasse Zwickau

Outdoor-Online-Handels-Geschäftsräume, Kletterhalle und Maisonettes

Eine ehemalige Knopfmaschinen-Fabrik ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht

ERFÜLLUNG EINES TRAUMS. Einen traurigen Anblick bot das alte, dem Verfall preisgegebene Industriegebäude in der Moritzstraße in Zwickau. Der Klinkerbau, der einst die "Sächsischen Bürsten- und Knopfmaschinen-Werke" beherbergte und in dem zuletzt die Lehrlinge des Sachsenringwerkes ausgebildet wurden, stand seit zwanzig Jahren leer. Inmitten eines Wohnquartiers gelegen, von der Straße kaum mehr wahrnehmbar und mittlerweile von der Pflanzen- und Vogelwelt zurückerobert, geriet die Knopffabrik in Vergessenheit. Nun wurde das Objekt aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und die alte Industriestätte buchstäblich “aufgeknöpft“.

Bereits vor einigen Jahren hatte der junge Unternehmer eines Outdoor-Online-Handels mit dem Kauf und der Sanierung des verwahrlosten Gebäudes geliebäugelt. Endlich ging sein Traum in Erfüllung.

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INTEGRATION EINES STAHLBETONGERÜSTS. Monatelang wurde entkernt, behutsam Putz abgetragen und für die Sicherung von Gebäudeteilen gesorgt. Dann fiel der Startschuss für die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen.

Aufwendig war die Integration eines Stahlbetongerüstes, bestehend aus Stützen und Ringbalken, in den östlichen Gebäudeteil. Diese Konstruktion wurde auf Bohrpfählen gegründet und Geschoss für Geschoss nach oben erweitert, bis nur noch die Außenwände und das Betonskelett ohne Decken und Innenwände übrig blieben.

FOTO: Atelier Träupmann, mail@traeupmann.de
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AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

FASSADENSANIERUNG
HOLLERUNG Terrazzo GmbH

ELEKTROPLANUNG
Planungsbüro ETA

MONTAGE DER KLETTERWAND. Im westlichen Gebäudeteil wurde ähnlich verfahren, nur dass hier statt der Ringbalken neue Stahlbetondecken zum Einsatz gekommen sind. Im Bereich der Kletterhalle wurde dann mittels einer Metallunterkonstruktion die eigentliche Kletterwand montiert und zu unterschiedlich schweren Kletterrouten kombiniert. Die übrigen Räume des Kellergeschosses mit seinen Gewölbedecken, die größtenteils erhalten werden konnten, beherbergen einen Boulderkeller und die notwendigen Nebenräume der Kletterhalle.

An der Südseite wurde ein eingeschossiger Anbau vor den Klinkerbau gestellt, der den neuen Zugangsbereich für die Kletterhalle und die Verkaufsräume der Firma Outdoorworks beinhaltet. Dort sind zudem Technik- und Lagerräume untergebracht. Eine großzügige Verglasung bietet Einblicke in einen zweiten Boulderraum.

ERRICHTUNG DER GESCHÄFTSRÄUME. Im rechten Gebäudeteil schließen sich im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss die Verkaufs- und Lagerräume des Bauherren und seiner Firma Outdoorworks an. Neue Stahlbetondecken und eine neue, sichtbare Stahlkonstruktion unterstützen in Verbindung mit den sandgestrahlten Klinkerwänden den Industriehallencharakter. Ein großzügiger Luftraum mit Treppe schafft eine neue interne Verbindung zwischen den beiden Geschossen und sorgt für einen besseren Lichteinfall ins Erdgeschoss.

Über einen zweiten Gebäudezugang an der Nordseite gelangt man durch das bestehende Treppenhaus oder den neuen Aufzug in die Büroetage des zweiten Obergeschosses. Der Ausbau eines beidseitig belichteten, großen Raums mit angrenzenden Sanitär- und Pausenbereichen ist dem Mieter überlassen.

GEKRÖNT VON MAISONETTES. Als Krönung befinden sich über den Büroetagen und der Kletterhalle vier großzügige Maisonettes. Sie befinden sich zum einen in Teilen des alten Gemäuers und zum anderen in einem neu aufgestockten Riegel.

Erschlossen werden sie über einen Laubengang an der Nordseite im vierten Obergeschoss – zu erreichen ebenfalls über das Treppenhaus und den Lift. In allen Maisonettes befindet sich auf der Eingangsebene ein großzügiger Koch-, Ess- und Wohnbereich mit raumhohen Verglasungen zu den Terrassen auf der Südseite, ein Gäste-WC und ein Abstellraum.

VERWIRKLICHUNG DES EXKLUSIVEN. Ein großes Shed-Oberlicht sorgt für einen zusätzlichen natürlichen Lichteinfall in der Mitte der tiefen Wohnungen und erhellt gleichzeitig die offene Treppe, über die man in die privateren Bereiche gelangt. Dort befinden sich geräumige Schlafzimmer mit Ankleide, große Kinderzimmer und zwei Bäder.

Eine indirekte Deckenrandbeleuchtung, ein hochwertiger Eichenparkettboden, Einbauschränke und ein Kamin steigern zusätzlich die Qualität der Wohnungen. Durch die größte der Maisonettes, die sogar teilweise in der Kletterhalle „hängt“, kann man vom Boden der Kletterhalle durch eine Art Schacht klettern und wird auf einer Dachterrasse mit einem fantastischen Blick über Zwickau belohnt.

Äußerlich zeichnen sich die An- und Aufbauten durch eine weiße Putzfassade vom denkmalgeschützten Gebäude ab. Dennoch wirken sie durch ihr wiederholtes Auftreten nicht fremd und unterstützen nach außen die Vielseitigkeit der Nutzungen im Inneren.

FOTO: Atelier Träupmann, mail@traeupmann.de

KAMINBAU
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Zwickauer Straße 224
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