Bauprojekt Translationszentrum für regenerative Medizin der Universität Leipzig

Bauprojekt Translationszentrum für regenerative Medizin der Universität Leipzig

Erfüllung höchster labortechnischer Anforderungen in denkmalgeschütztem Gebäude

Dabei liegen die Kosten ein Drittel unter denen eines Neubaus

REALISIERUNG EINES KOMPLEXEN GEBÄUDETYPUS. Die regenerative Medizin erzielte in den letzten Jahren große Erfolge bei der Entwicklung von Behandlungsmethoden, die darauf ausgerichtet sind, dass der menschliche Organismus im weitesten Sinne aus eigener Kraft gesunde Zellen reproduziert, um Erkrankungen zu bekämpfen. Ein Beispiel für die Arbeit des Leipziger Translationszentrums für regenerative Medizin ist eine Methode, wie man aus Haarzellen eigene Hautzellen generieren kann und damit z. B. bei Verbrennungen geschädigte Körperbereiche heilt. Der Organismus regeneriert sich sozusagen selbst.

Die Einrichtung eines Translationszentrums überträgt die Forschungsergebnisse aus den Testreihen an Tieren unmittelbar in die Behandlung der Patienten. Die Translation, also das unmittelbare Übertragen der Forschungsergebnisse in die medizinische Anwendung, generiert daher einen komplexen Gebäudetypus.

KLARE VERTIKALE STRUKTUR. Forschungsbereiche und Labore, Tierzüchtungs- und Experimentalbereiche, Auswerträume und Büros sind so zusammenzuschalten, dass alle hygienischen und labortechnischen Anforderungen erfüllt sind. Beim Translationszentrum für regenerative Medizin in Leipzig wurde diese spezielle Typologie erstmalig in einem Bestandsgebäude realisiert.

kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH
Büro Leipzig
Nikolaistraße 47
D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0)341 / 3373 333-0
Fax +49 (0)341 / 3373 333-1
leipzig@ksg-architekten.de
www.ksg-architekten.info

Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Frauenklinik musste dabei mit äußerster Sorgfalt für diese Bauaufgabe umgestaltet werden. Durch die bestehenden geringen Geschosshöhen galt es, ein spezifisches vertikales Erschließungssystem zu generieren, um die lufttechnischen Anforderungen der Tierhaltungs- und Laborbereiche (S2) zu erfüllen. Die klare vertikale Struktur – Tierhaltung in den unteren Geschossen, darüber Labore und Büros – gewährleistet einen optimalen Ablauf der translationalen Forschung und Anwendung.

ABSTRAHIERTE MIKROSKOPENBILDER ALS GRAFISCHE ELEMENTE. kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg) realisierte mit den Wissenschaftlern ein spezifisches Gebäudeleitsystem. Abstrahierte Mikroskopenbilder von Körperzellen bilden als grafisches Element die Arbeitsabläufe und Wege im Gebäude ab. Die verschiedenen Sicherheits- und Hygienebereiche sind durch verschiedenfarbige Bodenbeschichtungen gekennzeichnet.

 

Die vielfältigen Anforderungen des Raumprogramms werden durch eine Kita abgerundet. Dort werden die Kinder der (meist jungen) Wissenschaftler tagsüber betreut.

FOTOS
Steffen Junghans, Leipzig

UMFANGREICHER ERHALT ZAHLREICHER AUSBAU-ELEMENTE. Das Translationszentrum für regenerative Medizin ist ein wichtiger Baustein in der Gesundheitslandschaft Leipzig. Die enge inhaltliche Verzahnung mit dem Uniklinikum Leipzig und die räumliche Nähe schaffen die Voraussetzung für neue, international beachtete Forschungsergebnisse.

Die Gesamtbaukosten des mit den Mitteln des Freistaats Sachsen, des Bundes und der Europäischen Union finanzierten Projekts betrugen rund 18,8 Millionen Euro. Der Kostenwert entspricht 2.966 Euro pro Quadratmeter und liegt somit etwa ein Drittel unter dem Ansatz für vergleichbare Neubauten. Dieser vergleichsweise niedrige Kostenwert für die Sanierung eines denkmalgeschützten Bestandsgebäudes konnte durch den umfangreichen Erhalt zahlreicher Ausbau-Elemente, wie zum Beispiel der Bodenbeläge, Türen und Heizkörper, erzielt werden.