Bauprojekt Studenten-Wohnheim Siegmunds Hof Berlin

Bauprojekt Studenten-Wohnheim
Siegmunds Hof Berlin

Innovative Wohn- konstellationen per Partizipationsverfahren

Feldforschung, Wohnversuche, Befragungen und Planspiele führten zu vielgestaltigen Wohnformen

HÄUSER MIT CHARAKTER. Die Studentenwohnanlage Siegmunds Hof liegt in unmittelbarer Nähe zur Technischen Universität Berlin und zur Universität der Künste, eingebettet zwischen Spree und Tiergarten. Die Anlage von 1961 (Architekten: Prof. Peter Poelzig / Prof. Klaus Ernst) gehört historisch gesehen zum Hansaviertel und steht als Ensemble unter Denkmalschutz.

In einem Partizipationsverfahren aus Feldforschung, Wohnversuchen, Befragungen und Planspielen entwickelten die Baupiloten im Rahmen ihres Architekturstudiums innovative Wohnkonstellationen und vielgestaltige Wohnformen für die 614 Wohnungen des Studentenwohnheims Siegmunds Hof. Den einzelnen Häusern wurden Charaktere zugewiesen, die unterschiedlichste Bewohner ansprechen sollen: „Gemeinschaftshaus für Partytiger und Kaffeetrinker“, „Appartmenthaus für Kunst- und Gartenfreunde“, „Gemeinschaftshaus für Sportfreaks und Workaholics“, „Wohngemeinschaft für Sauna- und Waldliebhaber“ und „Ruhige Wohngemeinschaft am Wäldchen“.

Die Baupiloten BDA
Feurigstraße 54 Haus 2 Aufgang D
D-10827 Berlin
Tel. +49 (0)30 / 2244 520-0
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www.baupiloten.com

BAULEITUNG
b+l Biller + Lang Architekten
Linienstraße 194
D-10119 Berlin
Tel. +49 (0)30 / 2809 955-0
Fax +49 (0)30 / 2809 955-1
architekten@biller-lang.de

ENERGIESPAREND UND NACHHALTIG. Aus der Vision der Baupiloten entwickelten Susanne Hofmann Architekten das Konzept für die gesamte Anlage: Ökopop. Dabei handelt es sich um eine ökologisch nachhaltige und energiebewusste Architektur, weder langweilig noch enthaltsam, die den heutigen Vorstellungen eines gesunden, umweltbewussten Zusammenlebens und -wohnens entspricht und in den Bewohnern ein verantwortungsvolles ökologisches Bewusstsein weckt.

So war eine gezielte Aufwertung der Außenanlagen wichtiger Bestandteil des Entwurfs. Neue Programme und Funktionen wurden angesiedelt, um den vorhandenen ungenutzten Außenraum zu rekultivieren und die Qualität des Ortes – eine Mischung aus Leben in der Großstadt und ruhigem, erholsamem Leben auf dem Land – zu reaktivieren.

Ein Plus an Qualität wird auch in Haus 13 durch eine sorgsame Anpassung und Ausdifferenzierung der privaten und gemeinschaftlichen Bereiche geschaffen. Wurden die Einzelzimmer im Erdgeschoss exemplarisch beibehalten, befinden sich in den darüberliegenden Geschossen zusammengelegte, überschaubare Wohneinheiten mit neuen, integrierten Bädern für ein bis zwei Studierende. Die unterschiedlichen Zimmergrößen und -typen garantieren eine gute Durchmischung und Einbindung der Bewohner.

GÄRTNERN UND KOCHEN. Das Erdgeschoss ist direkt an den neugestalteten Außenbereichen angebunden. Die großzügigen Gemeinschaftsterrassen zum Stellplatz und die Kräutergärten zum Garten binden das Erdgeschoss direkt an den neugestalteten Außenraum an. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit anzupflanzen, zu gärtnern und sich selbst zu versorgen.

FREILUFTWOHNZIMMER MIT SITZSTEINEN. Der Stadtplatz vor Haus 13 fungiert als verbindender Ort für die gesamte Anlage und öffnet das Studendenwohnheim zur Stadt hin. „Platz- und Sitzschollen“ laden zum Verweilen ein und bieten die Möglichkeit, Veranstaltungen an zentraler Stelle abzuhalten. Das „Mitternachtslicht“ (Photovoltaik) ist ein zentrales Element der Platzgestaltung und gibt ihm seine Aufenthaltsqualität in den Abendstunden.

Auf der ruhigeren Rückseite von Haus 13 befindet sich das „Freiluftwohnzimmer“ und der Sportplatz. Große, langgestreckte „Sitzsteine“ und Terrassen werden von Sonnenanbetern wie von Sportfans gleichermaßen genutzt. Überdimensionierte „Wohnzimmerleuchten“ geben dem Außenraum dort das richtige Ambiente für ein Sommerpicknick in der Dämmerung.

Die Küchen sind zum „Herz“ des gemeinschaftlichen Alltags erweitert und umgestaltet, ein angeschlossener neuer Gemeinschaftsraum verbindet dort die städtische Front- mit der Rückseite des Gebäudes. Für eine bessere Belichtung der Küchen- und Gemeinschaftsbereiche wurden die funktionalen Bestandsoberlichter entlang der Nordostfassade mit großen Holzfenstern ergänzt, die den Blick auf das Freiluftwohnzimmer und den Sportplatz freigeben.

Das neue Energiekonzept beinhaltet die denkmalgerechte energetische Teilsanierung der Fassaden sowie die Erneuerung der Haustechnik mit Solarthermie und Grauwassernutzung. Alle neuen Elemente heben sich bewusst vom Bestand ab, ohne den Charakter des Hauses zu beeinträchtigen.