Bauprojekt Schützenmuseum am Westerturm Duderstadt

Bauprojekt Schützenmuseum am Westerturm Duderstadt

Neuer Baustein der „Stationen einer mittelalterlichen Stadt“

Ehemalige Turmstube und anschließende Stadtmauer wurden ins Ensemble integriert

ARCHITEKTONISCHES HIGHLIGHT ALS TOURISTISCHER ANZIEHUNGSPUNKT. Das niedersächsische Duderstadt, in der Nähe von Göttingen gelegen, zählt zu den zehn bedeutendsten Fachwerkstädten Deutschlands. Eines der Wahrzeichen ist der mittelalterliche Westerturm mit seiner markant gedrehten, schindelgedeckten Turmspitze. Der Westerturm ist der letzte noch erhaltene Torturm der ehemaligen Stadtbefestigung. Bereits vor einigen Jahren wurde der Turm im Inneren restauriert und begehbar gemacht. Dazu wurde ein auf der östlichen Seite angrenzendes Fachwerkgebäude abgerissen und durch eine moderne Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt, die heute den Blick auf einen bedeutenden Teil der noch erhaltenen Stadtmauer mit der historischen Treppe zum Turm freigibt. Dann entstand die Idee, auch das auf der westlichen Seite leer stehende Fachwerkgebäude der ehemaligen Turmstube und die sich anschließende Stadtmauer in das Ensemble zu integrieren.

GNÄDINGER ARCHITEKTEN
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Der Plan war, für den traditionsreichen Duderstädter Schützenverein dort ein neuartiges und zeitgemäßes Schützenmuseum einzurichten. Eine moderne Erweiterung sollte als neues architektonisches Highlight ein werbewirksames Zeichen setzen. Nach Abschluss der Arbeiten ist das neue Westerturmensemble, neben dem historischen Rathaus, ein Baustein der „Stationen einer mittelalterlichen Stadt“ und einer der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte von Duderstadt.

GOLDEN GLÄNZENDE KUPFERFASSADE. Man betritt das Ensemble über die sanierte Turmstube direkt unter dem Westerturm. Im Inneren stößt der Besucher auf die mittelalterliche Stadtmauer mit den Originalbögen des ehemaligen Wehrgangs. Sie bildet die Rückwand für den gesamten dreigeschossigen Gebäudekomplex, der sich durch eine enge Altstadtgasse zieht. An zwei schmale zusammenhängende Fachwerkhäuser schließt sich rückwärtig ein prismatisch gefalteter Neubau mit schräg gekippten dreieckigen Fassadenflächen und einer golden glänzenden Kupferblechverkleidung an. Aus Brandschutzgründen musste die Erweiterung aus Beton errichtet werden.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

KUPFERFASSADE UND DACH
Eduard Koch Bedachungsgesellschaft mbH

STAHLBLECH, NATURSTEIN, HOLZBALKEN. Schwarze, gewachste Stahlbleche als Bodenbelag und als Galerie- und Treppenbrüstungen kontrastieren mit den alten Natursteinquadern der Stadtmauer. Auch die Holzoberflächen der aus Brandschutzgründen notwendigen Türportale zwischen Alt und Neubau sowie aller Ausstellungselemente sind schwarz gebeizt. Dazu haben die Ausstellungsmacher schwefelgelbe Farbakzente gesetzt. Die historischen Balkenkonstuktionen im Fachwerkteil wurden einheitlich weiß gestrichen.

Ein großes polygonales Fenster auf der Frontseite mit einer kleinen Galerie dahinter schafft reizvolle Ein- und Ausblicke. Eine skulptural geformte Treppe verbindet die Ausstellungsebenen.

KORKLEHMDÄMMUNG UND LEHMPUTZ
Werkstätten für Denkmalpflege
GmbH

HOLZTÜREN UND -FENSTER
Paul Otto GmbH

FOTOS
Markus Hattwig, Berlin

Im obersten Geschoss kann der Besucher über eine kleine Stiege sowohl in den großen Turm gelangen als auch auf der gegenüberliegenden Seite über eine neue Stahlbrücke entlang der Mauer den Rundgang zu einem weiteren kleinen Turm fortsetzen. Die lehrreiche Ausstellung zur mittelalterlichen Stadtverteidigung mit Spaßfaktor – es gibt unter anderem ein interaktives Stadtmodell mit Touch Pad und Zielschießen mit einer richtigen Armbrust – wurde von der renommierten Medienagentur Art+Com aus Berlin inszeniert und gestaltet.