Sanierung Schlossbereich der Konzenbergschule Wurmlingen

Sanierung Schlossbereich der Konzenbergschule Wurmlingen

Moderner Schulunterricht
in 400 Jahre altem Gebäude

Anpassung des historischen, unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks an heutige Anforderungen

SCHLOSS ALS TEIL DER SCHULE. Das Gelände der Konzenbergschule in Wurmlingen ist begrenzt durch die Schlossstraße im Osten, die Schulstraße im Norden, die Untere Hauptstraße im Westen und die Karlstraße im Süden. Das Erscheinungsbild der Schule wird durch das Gefüge der vier Schulbaukörper gebildet, dem Grundschulgebäude aus den 1950er Jahren im Süden, dem Ganztagsgebäude aus dem Jahr 2010 im Westen, dem Hauptgebäude aus den 1970er Jahren im Osten sowie dem historischen Schloss aus der Zeit um das Jahr 1600 im Norden. Diese bilden mit den Remisen des ehemaligen Schlosses und der Schlosshalle ein städtebaulich großmaßstäbliches Gesamtgefüge um den inneren Campus oder Schulhof. Die umgebende Bebauung ist eher durch Kleinmaßstäblichkeit und Heterogenität geprägt. Außer dem Neubau der Ganztagesbetreuung, der ersten von vier Bauabschnitten im Rahmen der Gesamtkonzeption Konzenbergschule, waren alle Gebäude bezüglich heutiger Anforderungen an qualifizierte Schulgebäude mit erhebliche Defizite belastet.

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Das historische Gebäude des Schlosses mit seinen beiden westlich angeordneten Nebengebäuden im nördlichen Grundstücksbereich ist zur Schulstraße hin orientiert. Für das Gesamtgefüge der Konzenbergschule stellt das historische Gebäude einen wichtigen baulichen und emotionalen Bezugspunkt dar.

Das historische Schloss steht unter Denkmalschutz. Es beherbergte neben einem sanierungsbedürftigen Technikbereich auch Klassenräume, deren Zuschnitt einem modernen Unterricht nicht mehr gerecht wurden.

Darüber hinaus war das Erschließungselement der vertikalen Treppenverbindung weder von seiner gestalterischen Qualität noch von seiner Funktion für ein Gebäude mit schulischer Nutzung ausreichend. Dies bezieht sich vor allem auf bautechnische Notwendigkeiten wie den Brandschutz. Die Fluchtwegbreiten waren nicht ausreichend, und es existierten keine abgeschlossenen Brandabschnitte zwischen den Geschossen. Die im Jahr 1957 erbauten Schüler-WC-Anlagen im Außenbereich des Schlosses sowie die Lehrer-WCs im Treppenhaus entsprachen ebenfalls nicht mehr den heutigen Anforderungen.

VIELFÄLTIGE BAULICHE MASSNAHMEN. Im Zuge der weiteren Schritte zur Aufwertung und Sanierung der Gebäude war es notwendig, das Schlossgebäude und die darin befindlichen Unterrichtsräume den heutigen Anforderungen anzupassen und entsprechend auszustatten. Die vordringlichen baulichen Maßnahmen waren in diesem Zusammenhang die Ertüchtigung des passiven Brandschutzes, die Gewährleistung der Fluchtwege, die energetische Sanierung des Gebäudes zur Verbesserung der persönlichen Behaglichkeit sowie die zeitgemäße Ausrüstung der Unterrichtsräume.

Im Rahmen der Neuorganisation und Sanierung der einzelnen Schulgebäude wurden im Schloss Flächen der Grundschule untergebracht. Dazu gehören insgesamt vier Klassenräume, zwei Lernateliers sowie der Werk- und Mehrzweckraum mit Brennraum. Die übrigen Flächen der Grundschule befinden sich im südlich gelegenen Grundschulgebäude. Weiterhin wurden zwei Klassen-/ Projekträume für die Gemeinschaftsschule bereitgestellt.

Das innenliegende Treppenhaus wurde rückgebaut und die Decke in diesem Bereich zur Schaffung eines ausreichend großen Flurbereichs geschlossen. Das Treppenhaus wurde durch den neuen Erweiterungsbau im Osten des Bestandsgebäudes ersetzt. Dieser strukturiert die gesamte Gebäudeerschließung vertikal und horizontal neu und sichert die barrierefreie Erschließung durch eine Aufzugsanlage.

Darüber hinaus wurden sanitäre Anlagen für Schüler, Lehrer und ein behindertengerechtes WC im Erschließungsbau errichtet. Die WC-Anlage im Außenbereich wurden rückgebaut.

Die vertikale Erschließung ist als Sicherheitstreppenhaus ausgeführt. Auf diese Weise konnten weitere Eingriffe in den Bestand vermieden werden, gerade im Bereich der historischen Deckengewölbe.

Des weiteren wurden teilweise die Raumzuschnitte entsprechend den heutigen Anforderungen angepasst, die Außenfassade wurde ertüchtigt, und die Boden-, Decken- und Wandbeläge wurden erneuert bzw. ausgebessert. Die Fenster an der Ost-, Nord- und Südfassade wurden durch Sprossenfenster ersetzt, wie bereits an der Westfassade geschehen.

Die Deckenuntersichten wurden zur Gewährleistung des Brandschutzes unterbaut. Das Gebäude wurde hinsichtlich der Technik ebenfalls gemäß den heutigen Anforderungen saniert, die Leitungsführung der Heizungsanlage erneuert, ebenso wie sämtliche Elektroinstallationen und Beleuchtungsanlagen.

Die Außenanlage wurde im Bereich der rückgebauten WC-Anlage erneuert und die Pausenhoffläche östlich des Schlosses neu gestaltet, unter Berücksichtigung der vorhandenen Bäume. Das Dachgeschoss war bereits saniert worden und blieb daher von der Maßnahme unberührt.

FOTOS
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Gemäß den Auflagen des Denkmalschutzes rückt sich der neue Erschließungsbau im Osten beidseitig von den Außenkanten des historischen Schlosses ein. Damit bleibt das Schloss als eigenständiger historischer Baukörper ersichtlich.