Sanierung Einfamilien-Fachwerkhaus in Quedlinburg

Denkmal- und wohngerechte
Instandsetzung im mittel-
alterlichen Weltkulturerbe

Die zeitgemäße Formensprache
greift durch Materialität
und Farbigkeit die Bilder
und Proportionen der Altstadt auf

ERBAUT UM 1330. In einem bedeutenden Straßenzug im Zentrum des Weltkulturerbes Quedlinburg reihen sich historische Häuser unterschiedlichster Bauzeit in geschlossener Bauweise aneinander. Seit 1990 wurden die Gebäude liebevoll und mit viel privatem Engagement saniert.

Die Sanierung des Einfamilien-Fachwerkhauses mit einer Bauzeit um das Jahr 1330 erfolgte in zwei Bauphasen. Dabei wurde auf eine denkmalgerechte Wiederherstellung des Gebäudes großer Wert gelegt.

So wurde das Fachwerk repariert, die Fassade nach Befundung in barocker Fassung restauriert, und es kamen nach außen öffnende Kastenfenster zum Einsatz. Das Dach wurde mit geborgenen, regionaltypischen "Linkskrempern" gedeckt.

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Sanierung Einfamilien-Fachwerkhaus in Quedlinburg

4,90 M + ANBAU. Der dreigeschossige Altbau war mit 4,90 m Gebäudebreite recht schmal. Zudem war die Gebäudestruktur durch kleine, niedrige Räume geprägt.

Um dort eine denkmalgerechte Instandsetzung mit den Bedürfnissen nach hellem, großzügigem Wohnen in Übereinklang zu bringen, bot sich die Erweiterung durch einen Anbau an. Damit konnte zudem ein seit vierzig Jahren bestehender städtebaulicher Missstand – das Eckgebäude an der Einmündung zur Essiggasse war bereits in den 1960er Jahren abgerissen worden – beseitigt werden.

BACKSTEIN UND EICHE. Bei der Gestaltung des Neubaus fiel die Entscheidung zugunsten einer zeitgemäßen Formensprache, die jedoch durch Materialität und Farbigkeit die Bilder und Proportionen der Altstadt aufgreift. Prägend sind die Verwendung geborgener Backsteine für das Fassadenmauerwerk, mit einer zusätzlichen Gliederung Sandstein-Elemente.

Die Fenster und Türen sind wie beim Altbau in Eiche geölt ausgeführt.  Dieses Gestaltungskonzept hatte im Genehmigungsverfahren die Zustimmung von Stadt und Denkmalbehörde gefunden.

BILDHAFTE EINHEIT VON ALT UND NEU. Betritt man das Gebäude, überrascht bereits im Eingangsbereich die wie selbstverständliche Verbindung von Alt- und Neubau. Fast unmerklich wechselt man die Gebäudeteile, führen Raumfolgen und Treppenläufe durch beide Bereiche.

Diese bildhafte Einheit trotz differenzierter Ausgestaltung von Alt und Neu wird erreicht durch eine handwerkliche Ausführung sowie die Beschränkung auf ausgewählte Materialien und Farben. Bestimmend für das großzügige Raumgefühl ist auch die gezielt platzierte Befensterung, die eine maximale Durchsonnung der altstadtbedingt kleinteiligen Baustruktur ermöglicht.

HOHER NUTZWERT. Mit einer energieeffizienten Erdwärmepumpe kam modernste Technik zum Einsatz. Der Außenbereich ist mit Carport für zwei PKW, Terrassenflächen sowie einem liebevoll gestalteten Hofgarten ausgestattet. Das schafft auf kleiner Fläche einen hohen Nutzwert – ein wichtiger Mehrwert für das innerstädtische Wohnangebot.

FOTOS
Steffen Spitzner, Gera