Bauprojekt Pumpenhaus Bochum

Bauprojekt Pumpenhaus Bochum:

Neue Außenhülle lässt altes Stahlfachwerk
nahezu unverändert.

Besucherzentrum und Gastronomie.

Dipl.-Ing. Heinrich Böll
Architekt
Max-Fiedler-Straße 6
D-45128 Essen
Tel. +49 (0)201 / 8363 8-0
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www.architekt-boell.de

BAUHERR
NRW.URBAN, Dortmund

UMBAU STATT ABBRUCH. Als in der Jahrhunderthalle bereits die Ruhrtriennale ihre ersten Premieren feierte, liefen in dem kleinen Pumpenhaus auf seiner Rückseite noch die Wasserpumpen, die das benachbarte Stahlwerk des Bochumer Vereins versorgten. Die Pumpen wurden vor einigen Jahren abgestellt, die Zeichen standen auf Abbruch – auch der Denkmalschutz hatte bereits abgewunken.

Doch als der Betrieb der Jahrhunderthalle die Notwendigkeit einer Cateringküche und einer Kantine für die Künstler erkennen ließ, geriet das Pumpenhaus wieder in den Fokus. Zudem ergab sich eine Funktion als Besucherzentrum des Westparks, wie das Stahlwerksgelände heute heißt. Somit war die Möglichkeit entstanden, ein Konzept für die Weiternutzung des Hauses zu entwickeln.

Die Lösung des Grundrisses ergab sich aus der Forderung, Besucherzentrum und Gastronomie unabhängig voneinander betreiben zu können. Eine frei in die Halle gestellte Box für die Sanitärräume trennt beide Funktionsbereiche voneinander, der Sanitärbereich kann beiden Nutzungen zugeschaltet werden.

ERHALTENSWERTE KONSTRUKTIONEN. Zum wesentlichen Gestaltungsthema entwickelte sich der Umgang mit der Außenwand. Die Hauptkonstruktion der Halle besteht aus Fachwerkstützen, die die Fachwerkträger des Daches tragen.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

HAUSTECHNIKPLANUNG
Ing.-Büro PSF

Diese Stützen stehen in der Fassadenebene und sind von außen und innen ablesbar. Zwischen den Stützen sind Fassadenfelder aus Stahlfachwerk eingebaut, die mit einschaligem Mauerwerk oder Fenstern ausgefacht sind.

AUSSENHÜLLE STATT INNENDÄMMUNG. Ein Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes mit Hilfe einer Innendämmung hätte sich im Bereich der großen Fachwerkstützen nicht sinnvoll umsetzen lassen, ohne die Qualität des durch das filigrane Tragwerk gegliederten offenen Innenraums zu verlieren. Deshalb folgten wir dem Ansatz, dem Volumen eine neue Außenhülle überzustülpen.

Das äußere Erscheinungsbild wurde verändert, die innenseitige Wandoberfläche konnte erhalten werden. Die alte Fassade verlor ihre Aufgabe als Klimahülle. Sie konnte daher nahezu unverändert belassen werden, nur massive Korrosionsschäden wurden partiell repariert.

BRANDSCHUTZPLANUNG
Hagen Ingenieurgesellschaft
für Brandschutz mbh, Essen
www.hagen-ingenieure.de

FOTOS
Thomas Mayer, Neuss
www.thomasmayerarchive.de

ABSTRAKTES URBILD EINES HAUSES MIT SATTELDACH. Die Atmosphäre des Innenraums wird von der offenen Stahlkonstruktion und den unbehandelten Wandoberflächen geprägt. Die neue Hülle erzeugt ein nahezu abstraktes Urbild eines Hauses mit Satteldach.

Die äußere Fassadenebene aus Trapezblech überzieht sowohl die Wand- als auch die Dachflächen. Vor den Fenstern ist das Metall perforiert, nur wenige der ursprünglichen Fenster wurden als tatsächliche Fassadenöffnungen ausgebildet. Im Ergebnis ergibt sich ein starker Kontrast aus der auf das Minimum reduzierten Formensprache des Hauses und seiner Umgebung aus Relikten der früheren Stahlproduktion.