Neubau Phönix Freudenstadt

Neubau Phönix Freudenstadt

Ein Leuchtturmprojekt
im nachhaltigen und
zukunftsweisenden Holzbau

Verwendung ökologischer Produkte
und regenerativer Energien

AUFERSTANDEN AUS DER ASCHE. Nachdem das Einfamilienhaus des Architekten Stefan Niesner in Freudenstadt durch einen Brand völlig zerstört worden war, ergriff er nach Überwindung der Niedergeschlagenheit die Gelegenheit, etwas ganz Besonderes, völlig Neues und Einmaliges zu erschaffen.

arché techné néos
Hohenrieder Straße 38
D-72250 Freudenstadt
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WEITERENTWICKLUNG NEUESTER ERKENNTNISSE. Mit den Erkenntnissen aus dem Master-Studiengang Energie Effizienz Design E2D an der Hochschule Augsburg wurden die neuesten Erkenntnisse aus den Bereichen Technik und Energie aufgegriffen und weiterentwickelt. Aktive und vor allem passive solare Nutzung, Speicherung von Energie und Reduktion des Verbrauchs wurden besonders berücksichtigt. Sparsame und sinnvolle Verwendung von Ressourcen waren selbstverständlich.

Die Aufteilung der Funktionen innerhalb des Gebäudes sind architektonisch auch von außen klar sichtbar. Dafür sorgen Formensprache und Materialwahl: Wohnen mit einer Lamellenschalung aus heimischem Lärchenholz und Architektur mit einer rostenden Streckmetallfassade.

KLARE FORMENSPRACHE. Die besondere Herausforderung stellte die Einbindung in ein gewachsenes städtebauliches Umfeld dar. Der Entwurf war ein ständiger Iterationsprozess in enger Absprache und Abstimmung mit Stadtbaumeister Rudolf Müller und Bauamtsleiter Christoph Gerber.  

Sehr schnell kristallisierte sich die endgültige Planung und Ausführung heraus: klare Formensprache mit zwei Kuben und Pultdach. Durch die Verbundenheit mit Natur und Schwarzwald war die Außengestaltung mit einer Holzfassade klar – im Gegensatz zum Bürokubus, der im Wohnhaus integriert ist. Dort wurde bewusst ein Materialwechsel vollzogen, Streckgitter in eigentümlicher Rostfarbe im Gegensatz zur unbehandelten Lärchenholz-Lamellenschalung.

ÖKOLOGISCHE MATERIALIEN. Die Tragkonstruktion wurde materialoptimiert mit Doppelstegträgern und Kastenelementdecken in Passivhausqualität hergestellt. Zur Dämmung dienten ausschließlich ökologische Materialien wie Zellulose, Holzfaserdämmplatten und Jasmindämmung.

Diese Konstruktion ist in weitem Umkreis einzigartig und zukunftsweisend. Verschnitt oder Abfall kann nahezu vollständig wiederverwertet und dem Kreislauf erneut zugeführt werden.

MODERNES HOLZHAUS. Nach außen hin erzeugt die ansprechende Holzlamellenschalung aus heimischer Lärche und konstruktiven Sonnenschutzelementen aus Seekiefer mit den Ganzglasfenstern und dem tomatenrotem Rand für den Betrachter den Eindruck eines Holzhauses. Im Inneren wird der Charakter eines modernen Holzhauses noch verstärkt durch das Massivholzparkett aus Esche und Räuchereiche, die Wandverkleidungen aus dem Spaltholz der Fassaden-Abfälle, torähnliche Türen und die Holztreppen aus Kernesche.

Beleuchtung und Dekoration runden das stimmige Gestaltungskonzept ab. Das Farbdesign ist zurückhaltend und dann wieder bewusst auffallend.

ÜBERSCHÜSSIGE ENERGIE. Mehr Energie zu produzieren als für den Gebäudebetrieb notwendig ist, war die Überlegung, um den Überschuss mittelfristig in Elektromobilität zu investieren. Das dafür entwickelte innovative Energiekonzept läutet ohne Frage im Neubau die Zukunft ein.

Die Photovoltaikanlage mit ihren 11,04 Kilowatt Spitzenleistung erzeugt regenerativ ungefähr 10.000 Kilowattstunden „grüner“ Strom. Überschüsse und Pufferung werden mit den Blei-Gel-Batterien und ihren 20 Kilowatt Speicherkapazität erreicht, um sonnenarme Phasen und Nachtzeiten zu überbrücken.

Für Heizung und Brauchwasser sind 2.500 Kilowattstunden, für Haushaltsstrom 4.000 Kilowattstunden berechnet. Somit bleibt ein Überschuss von 3.500 Kilowattstunden Strom.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

KOMPLETTEINRICHTUNG
DAMANI Dekorations GmbH

FOTOS
Stefan Niesner
Etienne Zimmermann

Im intelligenten Wechselrichter findet die Steuerung des Strommanagements statt. Priorität 1 hat der Eigenbedarf, Priorität 2 die Speicherung in die Batterien und Priorität 3 der die Einspeisung des Überschusses ins öffentliche Netz. Geplant ist, den Überschuss künftig für die Elektromobilität zu nutzen, um vollkommen autark zu sein.

Zur Erzeugung der Energie für Heizung und Brauchwasser wurde eine innovative und spannende Anlage mit 40 Quadratmetern Absorberflächen in der Regenwasserzisterne und 12 Quadratmetern Solarabsorbern auf der Flachdachfläche zur Regeneration des Regenwassers installiert. Dem Regenwasser wird die Wärme entzogen, die Wärmepumpe wird mit „grünem“ Eigenstrom betrieben.

ANGENEHMES RAUMKLIMA. Die Wärmeverteilung im Gebäude ist über die Fußbodenheizung als Flächenheizung ausgeführt. Das dezentrale Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung sorgt für den notwendigen hygienischen Luftwechsel in allen Bereichen und Räumen. Durch die Verwendung heimischer und ökologischer Baumaterialien ist ein sehr angenehmes und lebenswertes Raumklima verwirklicht worden.

NUTZUNG DES GRAUWASSERS. Ein weiterer ökologischer Gesichtspunkt ist die Grauwassernutzung aus der Regenwasserzisterne. Dieses Wasser wird für die WC-Spülung und die Waschmaschine genutzt und entlastet somit erheblich die Entnahme von wertvollem Trinkwasser.

VORBILD FÜR DIE REGION. Phönix soll ein Leuchtturmprojekt im nachhaltigen und zukunftsweisenden Holzbau sein, ein Vorbild für die gesamte Region, die eng mit der Holzverarbeitung und dem Holzbau verbunden ist – und ein Beispiel dafür, sensible Baulücken mit modernen und innovativen Holzbauten zu schließen. Die Verwendung heimischer und ökologischer Produkte sowie der Einsatz von regenerativen Energien zur Selbstversorgung wird ansprechend vorgelebt und regt zur Nachahmung an.