Neugestaltung Promenade Ansbach
FOTO: Gerd Grimm, Suffersheim

Neugestaltung Promenade Ansbach

Historische Flaniermeile im neuen Gewand

Infrastrukturelle Sanierungsmaßnahmen eröffneten die Chance
zur Wiederbelebung einer fußgängerfreundlichen Umgebung

BILD: Stadt Ansbach (Urheber unbekannt)

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BÜHNE FÜR DIE BÜRGER. Die ehemals markgräfliche Residenzstadt Ansbach, heute Sitz der Bezirksregierung Mittelfranken, blickt auf eine stolze Historie zurück, die den Stadtkern nach wie vor eindrucksvoll beherrscht. Um das mächtige Schloss der hohenzollernschen Markgrafen im Zentrum liegen die mittelalterliche Stadt, die Barockstadt und der Schlossgarten in einem Dreiklang an der bis zu sechzig Meter breiten Promenade. Als öffentlicher Raum war sie die Bühne, auf der sich der Adel und später die Bürger zeigen konnten, flanierten oder ihren Geschäften nachgingen.

FOTO: Gerd Grimm, Suffersheim

Mit der zunehmenden Motorisierung im zwanzigsten Jahrhundert verlor die einstige Prachtstraße mehr und mehr ihren Charme und verkam zuletzt zur Verkehrsstraße mit Parkplätzen. Aber eben diese Verkehrsbelastung und die massive Flächenversiegelung lösten umfangreiche technische Sanierungserfordernisse im Untergrund aus, die gleichzeitig die Chance zur Neugestaltung der Promenade eröffneten.

FOTO: Gerd Grimm, Suffersheim

TROMPETENBÄUME SCHAFFEN RUHEZONEN. Das historisch asymmetrische Profil der Flaniermeile wird wieder von schattenspendenden Baumreihen aus Platanen und Trompetenbäumen geprägt, die den stadtklimatischen Veränderungen gut angepasst sind. Ihr unterirdischer Lebensraum ist durch Wurzelbrücken geschützt, die einen wasser- und luftdurchlässigen Untergrund gewährleisten – wesentliche Voraussetzungen einer nachhaltigen und langjährig gesunden Entwicklung.

Ein zeitgemäßes Konzept war gefragt, der Spagat, möglichst vielen Interessengruppen gerecht zu werden. In intensiver Auseinandersetzung mit allen Beteiligten wurde eine Lösung gefunden, die einerseits eindeutige Raumfolgen und Qualitäten aufweist und andererseits auf Partizipation und Nutzungssynergien setzt.

FOTO: Gerd Grimm, Suffersheim
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FOTO: WGF Objekt
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Die begleitenden Schnitthecken grenzen den Fahrverkehr aus und integrieren das technische Mobiliar. Mit dem Grün im Rücken entstehen inmitten des Verkehrs Ruhezonen, die zum Verweilen genutzt werden.

In den breiten Zonen entlang der barocken Häuserfluchten, die als Mischverkehrsflächen gestaltet sind, haben Fußgänger den Vorrang – und nutzen dieses Privileg selbstbewusst. Den Mittelpunkt des zweiten Bauabschnitts mit dem Herrieder Torplatz bildet die neue  Brunnenanlage, um die sich gastronomische Angebote entwickeln.