Neubau Quartier Am Flutgraben Grevenbroich
FOTO: Lothar Berns, Neuss

Neubau Quartier Am Flutgraben Grevenbroich

Eine Initialzündung für das gesamte Quartier

4 dreigeschossige, giebelständige Häuser mit leicht geneigten Dächern und gestaffelten Fassaden

SIEDLUNGSNEUBAU IN 3½ JAHREN. Die nicht mehr zeitgemäßen und wenig attraktiven Reihenhäuser, die im Jahr 1952 als erste Nachkriegssiedlung in Grevenbroich zwischen Flutgraben, Mülldeponie und Bahngleis entstanden waren, wurden durch innovative Neubauten mit 62 schwellenfreien und komfortablen Wohneinheiten in Massivbauweise ersetzt. Ermöglicht wurde die Umsetzung dieses Projekts zur Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums in Citynähe durch ein „kommunales Handlungskonzept“, das der Bauverein mit der Stadt Grevenbroich vereinbarte und das Grundlage für die Förderung durch das Landesbauministerium war.

Schon nach einem positiven Signal vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr begann die Erarbeitung des Handlungskonzeptes und die konkrete Planung. In dreieinhalb Jahren errichtete die Werkgemeinschaft Quasten-Mundt mit Planungsvorlauf in drei Bauabschnitten die Siedlung mit 62 Wohnungen.

Werkgemeinschaft
Quasten - Mundt

Lindenstraße 31
D-41515 Grevenbroich
Tel. +49 (0)2181 / 6102 5
Fax +49 (0)2181 / 9492
info@quasten-mundt.de
www.quasten-mundt.de

FOTO: Günter Quasten
FOTO: Günter Quasten

HARMONISCHE GESTALTUNG. Baut man ein einzelnes Haus, so besteht der städtebauliche Bezug in der Einbindung in die umgebende Bebauung: Geschossigkeit, Dachform, Fluchtlinien etc. Eine Hausgruppe oder ein Quartier dagegen, wie dieses, muss eigene städtebauliche Ansätze aufweisen: eine kleine Stadt in der Stadt mit einer Eigendarstellung, eigenem Straßenraum, Platzbindung, eigene Gebäude- und Dachformen, eine eigene Farbgestaltung, die von Gebäude zu Gebäude leicht differenziert, aber insgesamt zu einem Gleichklang findet. Die vier dreigeschossigen, giebelständigen Neubauten mit ihren um fünf Grad geneigten Dächern und ihrem charakteristischen Fassadenverlauf stellen eine Initialzündung für das gesamte Quartier dar, das sich von einem in Vergessenheit geratenen Nachkriegsviertel zu einem der attraktivsten Quartiere in Grevenbroich-Stadtmitte gewandelt hat.

Aus dem Grundriss heraus ergibt sich ein gestaffelter Fassadenverlauf, der dem Gebäude die Schwere nimmt. Durch die Staffelung oder Faltung der Außenwände wird die Schrägdachform verständlich, die jeweils auf die Fassadenknickpunkte reagiert, die Aufzugsüberfahrten einschließt und zu einer harmonischen Gestaltung führt, die ein Flachdachgebäude in dieser Form nicht leisten kann.

FOTO: Günter Quasten

HEITERES FARBKONZEPT. Alle Wohneinheiten sind gemäß DIN 18025 Teil 2 barrierefrei ausgeführt und über einen Aufzug erreichbar, so dass die Grundvoraussetzung für die Barrierefreiheit aller Wohnungen gegeben ist. Die Heizanlage ist mit einer Erdwärmepumpe versehen und als Fußboden-Flächenheizung ausgelegt.

Die Gebäude sind voll unterkellert. Im Kellergeschoss befinden sich Abstellräume für die Mieter, die Wasch- und Trockenräume, ein Raum für Kinderwagen und Fahrräder sowie die Technikräume.

Fenster, Aluminiumfassaden und die Balkone mit beweglichen Lamellen sind farbig gestaltet. Gelb-, Orange-, Braun- und Rottöne erzeugt eine heitere Gesamtatmosphäre.

FOTO: Günter Quasten
FOTO: Günter Quasten
FOTO: Günter Quasten

Zentraler Punkt des innenstadtnahen Quartiers ist ein begrünter Innenhof, der mit „Der Familie“ geschmückt wurde. Dabei handelt es sich um eine monumentale Skulpturengruppe.

FREIRAUM ALS MITTELPUNKT. In das neue Quartier Am Flutgraben führt eine Passage mit der Installation „Auf dem Weg“ des Künstlers Dieter Patt. Sie stellt die optische Verbindung zur innerstädtischen Wasserader, dem Flutgraben, dar.

FOTO: Günter Quasten

Das Quartier hat mit dem großzügigen Platz einen Mittelpunkt, wie man ihn in neuen Wohngebieten kaum noch findet. Das ist ein Freiraum, an dem man sich gerne aufhält, sich begegnet, und wo die Kinder einen Teil ihrer Freizeit verbringen können.

FOTO: Günter Quasten