Neubau Panta Rhei Düsseldorf

Neubau Panta Rhei Düsseldorf

Mäandrierend, fast amorph

Schon im Anflug auf Düsseldorf ist das Gebäude als Landmarke zu erkennen

AUFTAKT FÜR DIE AIRPORT CITY. Ein einzigartiges Gebäude, etwas, das es in Düsseldorf noch nicht gibt: Der Wunsch des damaligen Oberbürgermeisters Joachim Erwin nach einem „architektonischen Feuerwerk“ war eine ausdrückliche Einladung zur Kreativität. Auf einem Kopfgrundstück der Düsseldorf Airport City sollte ein Bürogebäude entstehen, das auffällt und einen starken Auftakt für den florierenden Businesspark bildet, der dort nur fünf Fußminuten vom Check-in entfernt liegt.

Dort stellte RKW das Panta Rhei fertig – die altgriechische Weisheit „Alles fließt“ gab dem Gebäude seinen Namen. Und „Alles fließt“ ist auch die gestalterische Grundidee, mit der das strahlend weiße, skulpturale Bauwerk eine Zeichenhaftigkeit gewinnt, die es aus der umliegenden Blockstruktur ausbrechen lässt.

RKW
Rhode Kellermann Wawrowsky
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HARMONISCHE ERSCHEINUNG. Seine Form ist mäandrierend, fast amorph. Einerseits erinnert sie an die berühmte Vase von Alvar Aalto, andererseits nimmt sie die sanften Kurven des nahegelegenen Rheins auf, der Lebensader der Region.

Die absolute Weichheit dieser ungewöhnlichen Erscheinung sorgt für einen großen Wiederkennungswert, der sogar aus der Luft funktioniert: Schon im Anflug auf Düsseldorf ist das Gebäude als Landmarke zu erkennen, die im Übrigen auch mit dem benachbarten und schon vor dem Panta Rhei realisierten Platz und seinen Teichen harmoniert.

TECHNISCHE FINESSEN. Um die homogene, weiche Form der Fassade herzustellen, griffen die RKW-Architekten zu einigen technischen Finessen. So wurden zum einen geriffelte Bleche für die Fassade verwendet, die so miteinander verzahnt sind, dass kein Anfang und kein Ende wahrnehmbar ist.

Zum anderen verstärkt eine zwischen die jeweils polygonalen Fenster gesetzte Schwerterstruktur die Wahrnehmung der Fassadenbiegung. Darüber hinaus wurde das gängige Raster von 1,35 Meter teilweise halbiert, um die Krümmungen noch weicher und leichter zu machen. Und das Vordach über den Eingängen wächst behutsam aus der Fassade heraus, um die größtmögliche ästhetische Wirkung zu erzielen.

Doch neben der Form spielt auch die Funktion des Gebäudes eine zentrale Rolle: Moderne kosten- und energieeffiziente Heiz-/Kühldecken, ein außenliegender elektrischer Sonnenschutz und mechanische Be- und Entlüftungsanlagen sorgen für bestmögliche Energie- und Kosteneffizienz.

WELLENFORM AUCH INNEN. Nach der Realisierung des Gebäudes wurde RKW von einem der neuen Mieter auch mit dem Ausbau des vierten Obergeschosses beauftragt. Die Intersnack Group ließ sich die Etage als Hauptgeschäftssitz gestalten.

Ziel des innenarchitektonischen Entwurfs von RKW war es, die außergewöhnliche Wellenform des Panta Rhei auch im Innenraum ablesbar zu machen. Dazu folgen die Flurwände, die durch großzügige Glaselemente aufgelöst werden, wie auch die Bodenbeläge und die Form des zentralen Erschließungskerns weitgehend der dynamischen Form der Fassade.

CI IM BLICK. Unter Berücksichtigung der CI-Vorgaben des Bauherrn wurde speziell der Empfangsbereich in Szene gesetzt. Der Besucher verlässt dort die zentral gelegene Aufzugsgruppe und erreicht den Erschließungskern, der mit einer hochstrapazierfähigen Folie in der Firmenfarbe Rot bezogen ist.

In Augenhöhe verläuft dort ein Lichtband. Es stellt die Kernkompetenzen des Unternehmens dar und bietet zusätzlich einen integrierten Touchscreen zur interaktiven Selbstinformation.

Vis-á-vis des Eingangs befindet sich die Warte- und Aufenthaltszone für Besucher und Mitarbeiter mit einer Kaffeebar zur Selbstbedienung. Das Serviceelement beinhaltet zwei große, rahmenlose Vitrinen, deren Rückwand aus einer beschreibbaren Magnetfläche besteht. Dort werden Informationen zu neuen Produkten vermittelt oder die Produkte selbst ausgestellt.

ABGEPENDELTE STRECKMETALLDECKE. Eine weitere Gemeinschafts- und Kommunikationszone liegt im Ostflügel vor dem großen Konferenzraum. Dort finden sich Sitzgelegenheiten für rund vierzig Konferenzteilnehmer oder Mitarbeiter als Kommunikations- und Pausenzone.

Besonders herausfordernd war die Umsetzung der Konferenzräume – nicht nur aufgrund der Gebäudeform, sondern auch aufgrund der vom Mieter geforderten Zahl der unterzubringenden Personen. Zusätzliche Raumluft- und Kühltechnik sowie aufwändige Medientechnik mussten integriert werden.

Dafür wurde eine akustisch wirksame, mit Kühlmäandern belegte Streckmetalldecke als Spiegel der Tischkonfiguration abgependelt. Die Decke nimmt die Klimatechnik und das Beleuchtungskonzept aus direkter und indirekter Beleuchtung sowie diverse medientechnische Komponenten auf. So tritt die Technik zugunsten eines makellosen Gesamteindrucks in den Hintergrund – damit auch im Innenraum des Panta Rhei alles fließt.

FOTOS
Ralph Richter
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