Neubau Ökumenisches Forum HafenCity Hamburg

Neubau Ökumenisches Forum HafenCity Hamburg

Horizontale Schichtung
verschiedener Nutzungsarten

Entstanden ist ein Gebäude mit einem hohen Maß an Flexibilität und Nachhaltigkeit

SKULPTURAL GEPRÄGT. Das Ökumenische Forum HafenCity Hamburg versammelt 18 christliche Konfessionen und unterschiedliche Funktionen unter einem Dach. Das Ökumenische Forum ist keine Kirche im traditionellen Sinne, sondern verlangt nach einem neuen Typus, der zwei unterschiedliche Typologien vereint: zum einen ein Stadthaus, das sich selbstverständlich in den urbanen Kontext (Blockbebauung) der HafenCity einfügt, und zum anderen ein kirchliches Gebäude, das eine eigene Prägung hat und damit einen stadträumlichen Akzent schafft.

Die skulpturale „Prägung“ der Architektur macht die religiösen Schwerpunkte des Raumprogramms ablesbar. Im Straßenraum bildet sich weithin sichtbar der konkave Eingang zur Kapelle als platzähnlicher Vorbereich ab. Ebenso betont wird das Laurentius-Konvent als zeitgenössisches Stadtkloster, dessen skulpturale Prägung am oberen Rand der Straßenfassade überdies eine Glocke aufnimmt, welche die Andachtszeiten akustisch vermittelt. Zum Garten hin wird die Apsis der Kapelle als konvexe Ausformung skulptural herausgearbeitet.

Die Prägung des Eingangs zum Ökumenischen Forum befindet sich im Schnittpunkt zweier städtebaulicher Achsen: der Shanghaiallee als einer der Hauptachsen der Hafen City sowie der Achse Steinschanze, die das Ökumenische Forum visuell mit dem Lohse-Park verknüpft.

Wandel Hoefer Lorch GmbH
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NACH BEDARF UNTERTEILBAR. Die Struktur des Ökumenischen Forums folgt einem Prinzip der horizontalen Schichtung: von der öffentlichen Nutzung im Erdgeschoss über die Verwaltung des Ökumenischen Forums und die vermietbaren Büros im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Wohnungen im dritten, vierten und fünften Obergeschosses bis hin zum Laurentius-Konvent, das einen räumlichen Abschluss und einen weiteren städtebaulichen Akzent bildet. Die Bürogeschosse sind flexibel unterteilbar in zusammenhängende oder in bis zu vier kleine, separierte Einheiten pro Geschoss. Die Bautiefe wird durch eine Kombibürozone mit Servicezonen und Besprechungsbereichen genutzt.

Die Wohnungen sind nutzungsneutral konzipiert, so dass sie nach Bedarf frei vermietet oder als Ergänzung des Laurentius-Konvents genutzt bzw. als generationenübergreifendes Wohnmodell realisiert werden können. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung des Gebäudes und sich möglicherweise im Laufe der Zeit verändernder Funktionen ist die horizontale Schichtung einer vertikalen Logik vorzuziehen.

Die öffentlichen Funktionen Kapelle, Veranstaltungssaal und Café werden einladend für die Öffentlichkeit erdgeschossig angeordnet. Sie sind sowohl in Querrichtung (Straße/Garten) als auch Längsrichtung (untereinander) von hoher Offenheit und Flexibilität geprägt. Es entsteht eine Schaltbarkeit zwischen Kapelle, Foyer, Veranstaltungsraum und Café.

FOTOS
Norbert Miguletz, Frankfurt am Main

Die Geometrie des gewölbten Sakralraums geht in die orthogonale Form des Foyers über. Der intime Raum kann an hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern in das Foyer über große Tore erweitert werden. Die Kapelle ist ein intimer Raum der Andacht und des Gebets, charakterisiert durch Klinker, der zum Teil auf Loch gesetzt ist und weiches, gefiltertes Licht in den Sakralraum fluten lässt.

AUF VERSATZ GEMAUERT. Die Materialstrategie vereint unterschiedliche architektonische Maßstäbe: zum einen das Detail, zum anderen den städtebaulichen Akzent des Ökumenischen Forums. Das Konzept der stadträumlichen Prägung zur Abbildung der religiösen Funktionen basiert auf einem Materialkonzept, das von dem Klinkerstein als Grundelement ausgeht.

In der Tradition von hamburgischen Architekturen wie Fritz Högers Chile-Haus wird eine zeitgemäße, expressive Großform durch den Versatz von einzelnen Klinkenformaten entwickelt. Entsprechend dem Leitbild des „roten“ Hamburgs wird roter Klinker eingesetzt. Die auf Versatz gemauerten Wölbungen von Kapelle und Konvent schaffen ein Schattenspiel, das sich im Zyklus der Tages- und Jahreszeit verändert.

ZUKUNFTSFÄHIG GEPLANT. Der Entwurf für das Ökumenische Zentrum betont neben Parametern der Energieeffizienz insbesondere auch die Nachhaltigkeit im Sinne der Schöpfung. Die Materialwahl beruht auf den Prämissen langlebiger Werkstoffe wie Klinker für die Fassade sowie Putzwände und Holzböden im Inneren des Gebäudes.

Darüber hinaus ist die räumliche Struktur des Entwurfs ausschlaggebend für die Zukunftsfähigkeit der Planung: Der Wärmedurchgangs-Koeffizient der Einzelbauteile und der Hüllflächen weist überdurchschnittliche Werte auf. Die durch ein hohes Maß an Nutzungsneutralität und Flexibilität gekennzeichneten Büro- und Wohngeschosse erlauben künftige Nutzungsänderungen auf umweltschonende Weise.