Neubau Nachbetreuungsgebäude
der Maria-Montessori-Grundschule
Saarbrücken-Russhütte

 

Kultivierung des Gewöhnlichen

 

Behaglichkeit und unerwartete Großzügigkeit
in einem Gebäude mit ehrlich und
unverkleidet eingesetzten Materialien

FOTOS: Marco Kany, Saarbrücken

GANZTÄGIGES LERNEN. Der Saarbrücker Stadtteil Rußhütte liegt im engen Tal des Fischbaches und war lange Zeit von Bergbau und Industrie geprägt gewesen. Dieses Bild hatte sich vor Jahrzehnten schon gewandelt: Heute überwiegt der Wohncharakter in Form von Einfamilienhäusern, die sich über die Hänge verteilen. Im Talgrund dagegen, entlang der Durchgangsstraße, haben sich noch viele Spuren eines kleinteiligen, verdichteten Arbeitersiedlungsbaus erhalten.

Neubau Nachbetreuungsgebäude der Maria-Montessori-Grundschule Saarbrücken-Rußhütte
FOTO: Iris Maria Maurer, Quierschied

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FOTO: Iris Maria Maurer, Quierschied

Die Maria-Montessori-Grundschule liegt am Rand des eng bebauten Talgrundes. Sie ist in einem im 19. Jahrhundert erbauten Schulhaus untergebracht.

Im Zuge des Ausbaus zur Ganztagsschule entstand ein Neubau für die Nachbetreuung. Der zweigeschossige Neubau nimmt den Speise- und Multifunktionsraum mit der Küche sowie fünf Gruppenräume, einen Differenzierungsraum, die Verwaltung und diverse Nebenräume auf.

IDENTITÄTSTIFTENDE FORM. Um auf die durch einen Bahndamm topografisch beengte Grundstückssituation zu reagieren, wurde eine Gebäudeseite um 15 Grad gedreht. Auf diese Weise entstand ein keilförmiger Grundriss, der das Gebäudevolumen optisch kompakt hält und die städtebauliche Raumsituation verbessert.

Die Giebelfassade wendet sich zur Hauptzufahrt. Dort befindet sich, gekennzeichnet durch eine Einkerbung, der Haupteingang. Mit seiner Oberfläche, die an den roten Klinker und Sandstein der Nachbarbauten erinnert, stellt er den Bezug zur Umgebung her. Kinder und Besucher werden in der Tradition eines freundlichen Willkommensgrußes mit Wetterschutz und Sitzgelegenheit empfangen.

Es wurde eine Form gefunden, die dem Gebäude Selbstverständlichkeit verleiht und dem Ort Identität stiftet. Das geneigte Dach verstärkt den funktionalen Zusammenhang mit dem Altbau. Zugleich wird somit auf die Urform eines Hauses – für die Kinder ein einprägsames Bild ihrer Schule – verwiesen.

FOTO: Marco Kany, Saarbrücken
FOTOS: Marco Kany, Saarbrücken

TROTZ KNAPPEN BUDGETS. Dem knappen Budget geschuldet, wurden Materialien ehrlich und unverkleidet eingesetzt und technische Funktionsstränge sichtbar gelassen. Das Zinkblech der Lüftungsrohre, die naturbraunen Akustik-Deckenplatten aus zementgebundener Holzwolle, das eloxierte Aluminium der Fenster, die Industriebeschichtung der Böden, der Sichtbeton der Wände und die Birkensperrholzplatten der Fensterleibungen wirken ruppig und roh.

In Kombination mit den Innenräumen, die durch eine präsente Deckenneigung, Aufweitungen und große Öffnungen sowie vielfältige Blickbeziehungen geprägt sind, entsteht aber dadurch eine Atmosphäre der Behaglichkeit und unerwarteter Großzügigkeit.

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FOTOS: Marco Kany, Saarbrücken