Neubau Mensa des Wilhelms-Gymnasiums Stuttgart-Degerloch

Pavillon mit gedeckter Loggia

Tragkonstruktion aus Brettschichtholz-Stützen

300 ESSEN IM SCHICHTBETRIEB. Ein nur 88 Quadratmeter großer Speisebereich in der Aula des Wilhelms-Gymnasiums Stuttgart-Degerloch und eine 17 Quadratmeter große Verteilerküche waren zu Beginn des ehrenamtlichen Engagements der Eltern für eine Ausgabe von vierzig Mittagessen pro Tag vorgesehen. Heute sollen im Schichtbetrieb bis zu 300 Essen ausgegeben werden.

Zur Verbesserung der Verhältnisse ist eine Mensa in einem Pavillon entstanden. Sie bildet zusammen mit der Aula im Erdgeschoss des Hauptgebäudes, dem offenen Atrium und der Turnhalle einen dreiseitig umschlossenen Schulhof.

Gergs-Blum-Schempp
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5 M AUSKRAGENDES DACH. Charakteristisch für den Neubau ist die gedeckte Loggia, eine Art Schwellenbereich zwischen Speisesaal und Schulhof. Das fünf Meter weit auskragende Dach schützt im Sommer vor starker Sonneneinstrahlung und erlaubt auch bei feuchter Witterung den Aufenthalt im Freien.

Vier gedrechselte Stützen aus Brettschichtholz tragen dieses Dach. Der Durchmesser des runden Querschnitts nimmt von zehn Zentimetern am Fußpunkt bis zur mittleren Höhe auf zwanzig Zentimeter zu und bis zum Kopf wieder auf zehn Zentimeter ab. Die konische Form dieser freistehenden Stützen entspricht den orthogonal zum Querschnitt wirkenden Knickkräften (Eulerkräfte).

Im Kontrast zu dieser Öffnung des Baukörpers Richtung Schulhof steht die weitgehend geschlossene Wand Richtung Hauptgebäude. Dort befinden sich alle notwendigen Nebenräume sowie die Zufahrt für die Anlieferung und die Feuerwehr.

L-FÖRMIGE ERWEITERUNGSMÖGLICHKEIT. Die Küche ist so angeordnet, dass bei Realisierung eines zweiten Saales zwei über Eck getrennte Ausgaben entstehen. Die Mensa kann in Zukunft zu einer L-förmigen Gesamtanlage erweitert werden.

Die beiden Flügel dieser Anlage umfassen eine gut besonnte und ruhige Wiese. Deren Qualität soll durch die räumlichen Beziehungen zu den beiden Sälen für den Schulalltag aktiviert werden.

PFOSTEN-RIEGEL-FASSADE. Die Tragkonstruktion besteht aus Brettschichtholz-Stützen und Trägern, die im Bereich des Saales sichtbar sind. Über eine Pfosten-Riegel-Fassade öffnet sich der Saal zum Schulhof im Osten und zur weitläufigen Wiese im Norden. Die geschlossenen Innenwände sind mit Drei-Schicht-Platten verkleidet. Eine Schutzschicht aus Hartwachsöl bringt die Maserung und die Farbe des Holzes zur Geltung.

35 % GLASANTEIL. Trotz großzügiger Glasfassade wird die vom Amt für Umweltschutz vorgeschriebene Quote des Glasanteils an der Gesamtfassade von 35 Prozent nicht überschritten. Das weit auskragende Vordach reicht aus, um den Saal vor der sommerlichen Hitze zu schützen.

Im Süden und Westen umfasst der um einen Meter in der Höhe abgesetzte, weitgehend geschlossene Gebäuderiegel mit den Nebenräumen die Hauptanlage. Die infolge des Höhenversatzes entstehenden Oberlichter ermöglichen eine natürliche Durchlüftung des Saales. Nur über der Küche wird eine mechanische Entlüftung benötigt. Die Heizung ist umweltschonend an die neu installierte zentrale Hackschnitzel-Heizung der Schule angeschlossen.

FOTOS
Brigida Gonzales, Stuttgart