Neubau Labor Dresdyn im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

„Dreischiffige Basilika“ für den planetaren Dynamo

Ein massives Fundament und extreme Sicherheitsanforderungen ermöglichen
die Suche nach der Entstehung von Sternensystemen

wörner traxler richter
planungsgesellschaftmbh

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EINZIGARTIGE EXPERIMENTIERANLAGE. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Dort streben die Forscher nach neuen Erkenntnissen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und zu verbessern.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM PROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:
 
ROHBAU
Hentschke Bau GmbH
Zeppelinstraße 15
D-02625 Bautzen
Tel. +49 (0)3591 / 6703 0
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In einem Laborneubau mit einer weltweit einzigartigen Experimentieranlage namens Dresdyn arbeiten Wissenschaftler des HZDR nicht nur an der Entwicklung von Werkstoffen mit herausragenden neuartigen Eigenschaften, sondern untersuchen auch die Entstehung von Sternensystemen, Planeten und unseres Erdmagnetfeldes. Dresdyn steht für „DREsden Sodium facility for DYNamo and thermohydraulic studies“ oder „Dresdner planetarer Dynamo“ und ist eine Art künstlicher Planetenkern aus Flüssigmetall.

TRAGWERKSPLANUNG
Leonhardt, Andrä und Partner
Beratende Ingenieure VBI AG
Am Schießhaus 1–3
D-01067 Dresden
Tel. +49 (0)351 / 4948 5-0
Fax +49 (0)351 / 4948 5-11

BÄNDIGUNG DER KREISELKRÄFTE. Im Inneren markiert eine orange-rot-farbene Box das Herzstück der Anlage – den präzessionsgetriebenen Dynamo. Es handelt sich um einen mit flüssigem Natrium gefüllten, mehrachsig rotierenden Zylinder von zwei Metern Durchmesser.

FOTOS
wörner traxler richter

Darin wird das Flüssigmetall in teils chaotischen Wirbeln wie im Erdkern umhergewälzt und entfaltet dabei enorme Kreiselkräfte. Ein massives Fundament ist deshalb ebenso erforderlich wie die Beachtung der extrem hohen Sicherheitsanforderungen.

DICHTES CONTAINMENT UND MONOLITHISCHE FASSADE. So ist der Zylinder von einem massiven und dichten, mit Edelstahl ausgekleideten Containment umgeben. Im Havarie- und Brandfall kann er mit Argongas geflutet werden und bietet gleichzeitig Schutz vor abirrenden Teilen.

Unbedingt vermieden werden muss eine durch den Kontakt von flüssigem Natrium mit Wasser resultierende Knallgasreaktion. Deshalb gibt es eine strikte funktionale Gliederung des Gebäudes in die „Wasserseite“ mit den Laboren und die „Nichtwasserseite“ mit der eigentlichen Experimentierhalle.

Auf die im Inneren herrschenden Kräfte wird mit einer robusten, monolithischen Fassade aus wuchtigen, großformatigen Betonsandwichplatten geantwortet. Strukturell folgt der Neubau mit seiner zentralen Halle und den beiden zweigeschossigen Flügelbauten der klassischen Typologie einer dreischiffigen Basilika.