Neubau IVB Betriebsdienstgebäude in Innsbruck

Neubau IVB Betriebsdienstgebäude in Innsbruck:

Ein starkes Bauwerk fügt sich in eine prominente Gruppe.

Konzipiert als industrieller, die Funktion der Verkehrsbetriebe ausstrahlender Beitrag.

STÄDTEBAULICHER DIALOG. Der Neubau des Betriebsdienstgebäudes der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB) in Innsbruck ist als einfaches Gebäude konzipiert, das in seiner Gestalt auf die Umgebung reagiert und einen Dialog aufnimmt. Ziel war von Anfang an keine auf sich selbst bezogene Skulptur, sondern die städtebauliche Eingliederung des Neubaus: Ein starkes Bauwerk fügt sich in eine prominente Gruppe. Gleichzeitig ist das Gebäude in enger Zusammenarbeit zwischen IVB und Architekt als ein industrieller, die Funktion der Verkehrsbetriebe ausstrahlender Beitrag im Ensemble Wilten konzipiert.

Die wesentlichen Charakteristiken des Entwurfes sind:

  • Die umgebenden Fluchtlinien werden aufgenommen, Beziehungen werden geflochten zur Wiltener Basilika, zur Stiftskirche, zur Friedhofsmauer, zum Stubaitalbahnhof … Der Straßenraum wird gefasst.
  • Die Ausbildung einer markanten, auskragenden Gebäudeecke an der Kreuzung (Pastorstraße / Einfahrt Betriebsgelände) inszeniert den Eingangsbereich des neuen Dienstleistungsgebäudes. Die Einblicke zu den Remisen werden wesentlich verringert – die technische Identität entsteht durch die Verknüpfung/Kreuzung des Gebäudes mit den darunter verkehrenden Straßenbahnen.
  • Die Neupflanzung einer Baumgruppe entlang der Pastorstraße bettet das Gebäude in eine parkartige Umgebung und nimmt die Flucht der Baumallee Pastorstraße auf. Durch die Neupflanzung wird der bestehende zerfließende Straßenraum diszipliniert.
  • Die aus gerostetem Cortenstahl konstruierte Fassade ist geprägt von der Lebendigkeit aufeinander abgestimmter Farbtönungen, die die Farbe der Schienenstränge, Straßenbahnen und Busse aufgreifen, sowie von der feingliedrigen Aufteilung und Diversität der Platten, der variierenden Fugen und der händisch einstellbaren Sonnenschutzelemente. Die Gebäudeecken sind offen, und die Außenhülle ist mit Abstand in feinen Lochblechen aufgelöst – wie die Flügel großer Vögel, die in schlanken Federn auslaufen.

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SCHWEBENDES GEBÄUDE. Das Gebäude besteht aus einem Untergeschoss (welcher vom Bestandsgebäude verbleibt und mitverwendet/umgestaltet wird), einem Erdgeschoss sowie zwei Obergeschossen. Im Untergeschoss befinden sich diverse Nebenräume und ein offenes Parkdeck mit rund dreißig Stellplätzen ausschließlich für die Angestellten der IVB. Die Zu- und Abfahrt erfolgt über die Pastorstraße. Das halbgeschossige Parkdeck lässt das Gebäude optisch schweben und vermittelt Leichtigkeit.

In den oberirdischen Geschossen sind die Büroräume in einer zweihüftigen Anlage als moderne, flexible Kombibüros konzipiert. Die Erschließung erfolgt über die westlich und östlich gelegenen Stiegenhäuser sowie über eine Liftanlage im östlichen Teil des Gebäudes. In den Kernen sind auch die Sanitäreinrichtungen (WCs) wirtschaftlich untergebracht.

Die in Richtung Osten auskragenden Ebenen E1+E2 gliedern den Baukörper und markieren die Eingangsseite. Auf der Ebene E2 verkleinert sich der Baukörper, wodurch im westlichen Bereich eine Dachterrasse mit extensivem Gründach geschaffen wird.

BÜRO-"WERKSTATT". Ausgangspunkt für die Innenraumgestaltung waren die Ansprüche und Bedürfnisse der Fahrer, Mechaniker und Techniker, die ein Bürogebäude mit der Robustheit einer Werkstätte benötigen. Das Konzept des Rohbaus ging aus von schalreinen Betonwänden sowie Trennwänden aus Profilbaugläsern, bekannt von preisgünstigen Fassadenverglasungen im Industrie- und Gewerbebau, von Sportstätten und Treppenhäusern. Weitere Elemente sind Büroeingangstüren aus blankem Stahl, Sichtbetonestrich und eine „raue, grobe“ Innenraumgestaltung, beispielsweise unter Verwendung von Zementspanplatten (Betontyp) und Holzleimbauplatten (Arbeitstische).

FOTOS
Paolo Utimpergher

IVB-GF DI MARTIN BALTES: „Der Eingangsbereich ist der Bereich für unsere KollegInnen, vor allem für Fahrer und Fahrerinnen. Empfang, Aufenthaltsbereich, Cafeteria, Fahrdienstleitung, Personalabteilung und Betriebsrat sind hier zu finden – also alles, was für den Service und den Großteil unserer KollegInnen täglich gebraucht wird.

In den nächsten beiden Etagen finden sich Verwaltung, Planung, Marketing und Geschäftsführung. Alle Etagen in Gängen und Büros greifen auf gleiche Materialien zurück, wobei überall, wo dies möglich ist, auf Verkleidung der Ursprungsmaterialien verzichtet wird.

Der Boden ist in Estrich ausgeführt, die Decken in Sichtbeton, ebenso wie zahlreiche Zwischenwände. Die Trennwände zwischen Büros und Gängen bestehen aus Profilitglas, die zusätzlichen Zwischenwände aus zementgebundenen Spanplatten. Fast ausnahmslos sind die unvermeidbar zu verkleidenden Flächen mit Schwarzblech beplankt: aus dem gleichen Material sind alle Gangtüren.

Büroschränke und -möbel aus schwarzen MDF-Platten mit großen Nussholz-Arbeitsplatten bieten den wesentlichen Kontrast zu den anderen Materialien, die sich auch in unserer Werkstatt und im Betrieb finden lassen.“