Neubau Grundschule Latsch-Goldrain
Neubau Grundschule Latsch-Goldrain

Neubau Grundschule Latsch-Goldrain

Flexible Möbel in flexiblen Räumen

Die Schularchitektur zum reformpädagogischen Unterricht

EIGENSTÄNDIGES, BEGLEITETES LERNEN. Seit mehreren Jahren wird der Unterricht an der Grundschule Goldrain in der Südtiroler Gemeinde Latsch auf reformpädagogischer Basis gestaltet. Die aus den 1970er Jahren stammende dreigeschossige Grundschule entsprach nicht mehr den Anforderungen an diese innovative, kindgerechte Unterrichtsmethode. Die Gemeinde entschied sich für den Bau eines neuen Schulgebäudes und die spätere Sanierung des Altbaus mit anderer Nutzung.

Auf der Südseite des Gebäudes wurde ein neuer, zweigeschossiger Baukörper errichtet, der allen Erfordernissen der reformpädagogischen Prinzipien gerecht wird: großzügige Freiräume, offene Lernwelt, abgegrenzte Lernbereiche und ein großer Mehrzwecksaal als Treffpunkt aller Klassen. Die Kinder arbeiten in strukturierten Lernumgebungen, eigenständig und eigentätig in Begleitung der Lehrperson.

ARCH. DR. WERNER PIRCHER
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KEIN FESTER ARBEITSPLATZ. Die Schüler können sich nach ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten bewegen: Es gibt keinen festen Arbeitsplatz – das Kind sucht sich seinen Platz nach der jeweiligen aktuellen Notwendigkeit aus.

Sitze und Tischorganisation sind beweglich. Schreibtafeln, Pinntafeln und Flipcharts sind in einem flexiblen Schienensystem eingehängt und können nach Bedarf abgenommen, verschoben oder versetzt werden.

STRUKTURIERTE LERNUMGEBUNGEN. Im Erdgeschoss findet sich gleich hinter dem Eingangsbereich ein Garderobenraum zur Ablage von Schuhen, Jacken und Schultaschen. Im Zentrum liegt die offene Lernwelt mit flexiblem Mobiliar (Regale und Tische auf Rollen), daran anschließend die abgegrenzten Lernbereiche, die durch mobile Wände abgetrennt werden können. Im Süden des Erdgeschosses liegt der große Mehrzweckraum für gemeinsame Aktivitäten, Präsentationen und Elternabende.

Der Grundriss im Obergeschoss ist annähernd identisch mit dem Erdgeschoss, nur sind dort zudem ein Lehrerzimmer mit Besprechungsraum, ein großer Sprachraum und ein Lehrmittelraum untergebracht. In jedem Geschoss finden sich ausreichend große WCs und Abstellräume.

WOHNLICH UND ANGENEHM. Die Böden in den offenen Bereichen wurden in Kautschuk mit lebhaftem Grünton ausgeführt, die Böden in den Lernräumen in Industrieparkett (Eiche). Ebenso wurden die Türrahmen und das Treppenhaus in Eiche ausgeführt, um das Ambiente wohnlich und angenehm zu gestalten.

Alt- und Neubau sind über einen Zwischentrakt mit Treppenhaus und Aufzug miteinander verbunden. Im Erdgeschoss des Altbaus ist eine großzügige Bibliothek untergebracht. Das obere Geschoss des Altbaus wird in absehbarer Zeit zu einem Bewegungsraum umgestaltet.

KLIMATISCH UND AKUSTISCH OPTIMIERT. Alle Räume sind mit kontrollierter Raumlüftung ausgestattet. Das gesamte Gebäude wurde als Klimahaus konzipiert.

Zur Akustischen Optimierung aller Räume wurde ein Akustiker beauftragt. Anhand exakter Berechnungen und Messungen wurden in allen Räumen Resonatoren montiert. Zudem wurde unter der perforierten Gipskartondecke eine Schalldämmung aus Mineralwolle angebracht.

KLARE ARCHITEKTURSPRACHE. Das Gebäude ist ein klar strukturierter Baukörper. Die tragende Struktur besteht aus Stahlbetonwänden, die außen mit diffusionsoffener Mineralwolle gedämmt wurden.

Die Fassade wurde mit einem groben Kratzputz versehen. Das Dach ist ein einseitiges Satteldach mit, auf dem nachträglich eine Photovoltaikanlage montiert werden kann.

FOTOS
René Riller