Neubau Festhalle Kressbronn

Neubau Festhalle Kressbronn

Scharf geschnittener Baukörper mit weicher Note

Multifunktional und energiesparend nutzbar

LAVAGRAUE LASUR AUSSEN. Das Holz verleiht dem scharf geschnittenen, abstrakten Baukörper mitten im Wohnumfeld eine weiche Note und bietet einen weiteren Vorteil: Die notwendige, aber gestalterisch unerwünschten kleinteiligen und heterogenen Öffnungen für Umkleidekabinen, Anlieferung und Technikräume lassen sich hinter dem hölzernen Vorhang bestens verbergen – entweder als geschlossene Tür oder als Fenster mit gefiltertem, aber dennoch großzügigen Ausblick nach außen.

Die sägeraue Struktur lässt die mit Hochdruck aufgesprühte lavagraue Lasur tief ins Holz eindringen. Die so vorvergrauten Oberflächen bleiben auch nach mehreren, für die Bodenseeregion typischen Winternebeln farbtreu, ohne Feuchtigkeitsflecken anzusetzen.

KULTURELLES ZENTRUM. Entlang des Nonnenbachs wurde die neue Festhalle im Herzen Kressbronns situiert. Seiner Bedeutung als kulturelles Zentrum entsprechend, orientiert sich das Gebäude mit dem Eingang zur Hauptstraße und damit zur Lebensader der Gemeinde. Der baumbegleitete Nonnenbach bildet mit den neu gestalteten Freiflächen ein natürliches und feierliches Ambiente und somit einen angemessenen Rahmen für festliche Veranstaltungen.

Mit den Sheddächern wird die Maßstäblichkeit der Umgebung aufgegriffen. Das Erscheinungsbild der Festhalle wird durch die Strukturierung der Gebäudehülle mit vertikalen Holzlamellen aus Weißtanne bestimmt. In Kombination mit den schwarzen Aluminiumblechen der Glasfassaden und Eingänge ergibt sich ein spannungsvoller Kontrast zwischen Hell und Dunkel, Rau und Glatt.

SPREEN ARCHITEKTEN
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WEISSE LASUR INNEN. Das Tageslicht, das über die nach Norden ausgerichteten Shedverglasungen in das Innere gelangt, taucht die Festhalle und das Foyer in ein warmes, behagliches Licht. In Ergänzung zu den weiß lasierten Weißtanne-Oberflächen in den Innenräumen sind die Decken und einige Wände in Sichtbeton ausgeführt.

Der Fußboden in den Verkehrsflächen ist in Terrazzoqualität ausgeführt. Der Festsaal, der auch für Grundschulsport genutzt wird, erhielt eine Sporthallenboden aus Massivholz.

Die Festhalle ist multifunktional konzipiert. Foyer und Festhalle können jeweils in unabhängige Hälften geteilt und für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden. Durch die großzügige Verglasung des Festsaals zum Nonnenbachufer und eine mögliche weiträumige Öffnung zum Foyer entstehen manigfaltige Blickbezüge in das Umfeld.

FOTOS
Stefan Müller-Naumann, München

WÄRMEPUMPE UND PHOTOVOLTAIKANLAGE. Die Festhalle wird durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 55 Kilowatt versorgt. Dafür wurden acht Erdsonden mit jeweils 150 Metern Tiefe gebohrt.

Die Lüftungsanlage mit einer Luftmenge von 15.000 Kubikmetern pro Stunde ist mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung und einer Mischlufteinrichtung versehen. Die gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage auf den drei südlich orientierten Shed-Dächern liefert bei 950 Quadratmetern Fläche bis zu 125.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

MEHRFACH PREISGEKRÖNT. Nach dem 1. Preis beim Realisierungswettbewerb 2009 wurde das Projekt zweifach ausgezeichnet: mit dem Internationalen Weißtannenpreis 2013 (Anerkennung) und der Hugo-Häring-Auszeichnung 2014.