Neubau Einfamilienhaus-Trio auf dem Darß

Neubau Einfamilienhaus-Trio auf dem Darss

Reetdach und Reetfassade

Nur die Giebelseiten wurden mit einer Lochfassade und Schiebeläden versehen

EIGENSTÄNDIGE INTERPRETATION DES BEBAUUNGSPLANS. Der Bebauungsplan auf dem Darß stellte die Grundlage für die Konzeptfindung dar. Dabei galt es, die vorgeschriebene eingeschossige Bauweise zu berücksichtigen.

Die Baufelder für den Neubau der drei Einfamilien-Häuser auf dem Grundstück waren äußerst gering dimensioniert und gewährten kaum Spielraum. Zusätzlich war Reet als Material für die Dachdeckung im Bebauungsplan festgesetzt, so dass ein Abstand von sechs Metern eingehalten werden musste. Die Lage des Grundstücks unmittelbar an der Hauptstraße war ein weiterer Hauptaspekt bei den konzeptionellen Überlegungen.

Den Vorgaben des Bebauungsplans wurde inhaltlich entsprochen. Jedoch interpretierten die Möhring Architekten die Festsetzungen in eigenständiger Gestalt.

Die Hauptorientierung der Gebäude wurde als Reaktion auf die Verkehrslage in Ost-West-Richtung vorgenommen. Die zwischen den Gebäuden befindlichen Freiflächen wurden entsprechend der geforderten Abstandsfläche bemessen. Die Einfriedung durch Bepflanzung der Grundstücksgrenzen lässt im Laufe der Jahre die Intimität der Gründstucke wachsen.

MÖHRING ARCHITEKTEN
Schwedter Straße 34 a
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Tel. +49 (0)30 / 4473 724-4
Fax +49 (0)30 / 4473 724-5
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GESTALTPRÄGENDE MASSNAHME. Bei den Reetdächern ließen die Möhring Architekten den Dachüberstand entfallen und bildeten keine hohe Traufe aus, um die Abstandsfläche einhalten zu können. Eine Traufhöhe von 4,50 Metern ist als Abschluss eines Rohrdachs kaum denkbar, so dass die Weiterführung des Reets als Fassade die konsequente Entscheidung darstellte. Diese Maßnahme wurde gestaltprägend für das Häusertrio.

Die Giebelseiten mit Ausrichtung nach Norden und zur Straße hingegen wurden mit einer Lochfassade ausgebildet. Diese wurde mit Schiebeläden als Sicht-, Sonnen- und Insektenschutz versehen.

ASSOZIATION DREIER SCHEUNEN. Die Hauptöffnung der Gebäude bilden die zweigeschossigen Glasfenster an der Ost- und der Westseite der Häuser. Sie sind straßenabgewandt und dadurch wenig einsehbar.

Diesen großformatigen Eingangsportalen ist eine Loggia mit einem überdachten Außenbereich vorgelagert. Zwei große, schwarze Scheunentore schließen die Loggia und geben den Häusern die Assoziation einer Scheune.

RÄUMLICHE SPANNUNG. Die Nutzung und die Volumetrie der Häuser teilen sich in den Luftraum mit der Treppenanlage, dem Essbereich und dem Wohnraum sowie den abgeschlossenen Schlafräumen in den Obergeschossen. Der Essbereich bildet den zentralen Raum des Hauses. Er ist nur durch eine Verglasung von den Freianlagen getrennt und befindet sich als offener Raum zwischen den geschlossenen Volumen. In ihm ist die komplette Gebäudehöhe erfahrbar, denn die Treppenanlage ist lediglich wie eine Skulptur zwischen den Volumen der Schlafräume eingehängt.

Die Privaträume im Obergeschoss sind als Mini-Suiten mit eigenem Bad und eigener Ankleide konzipiert. Auf der dritten Ebene, im Spitzboden, gibt es ein weiteres Angebot von zwei Zimmern. Die Häuser versuchen, die ökonomischen Raumaufteilungen mit der Großzügigkeit der Halle – die Essplatz, Eingang, Treppe und Flur zugleich ist – in eine räumliche Spannung zu versetzen und so den Häusern ihre „Einzigartigkeit“ zu verleihen.

FOTOS
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