Neubau Dennewitz Eins Berlin

Solitär am
Gleisdreieck

3 Architekturbüros
verbinden ihre 3 Häuser
zu einem einzigen Gebäude

EXPERIMENTIERFREUDIGE BAUHERREN. Eine 2.275 Quadratmeter große Brachfläche direkt neben der Hochbahntrasse der U1 am Gleisdreieck – in einem Gebiet, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird und das nach Einschätzung der Stadtplaner „auf der Kippe steht“: Die Lage war nicht gerade einfach für einen geplanten Neubau in der Pohlstraße 1–5 / Ecke Dennewitzstraße 1. Da kein Bauträger das Grundstück entwickeln wollte, wurde der Weg gesucht über eine Baugruppe mit experimentierfreudigen Bauherren und über eine Kooperation mehrerer Architekturbüros.

EIN KEIL IN DER TRASSE. Nach den ersten städtebaulichen Analysen war klar, dass die vom Planwerk Innere Stadt vorgeschlagene klassische Blockrandschließung mit Parzellenbebauung keine Antwort auf den Ort ist. Der Neubau brauchte Kraft, sich in diesem Umfeld zu behaupten.

Der Herausforderung begegneten die Architekten mit einem Gebäude, das auf einer achtzig Meter langen Front drei Häuser zu einem Solitär zusammenbindet. Der Bau fügt sich als Keil mit golden schimmernder Fassade in die Trasse zwischen Hochbahn und Pohlstraße ein und nutzt den Blick auf die Hochbahn und über das Areal des Gleisdreiecks als urbanes Panorama.

DMSW Partnerschaft
von Architekten

Marianneplatz 23
D-10997 Berlin
mail@dmsw.net
www.dmsw.net

sieglundalbert
Methfesselstraße 9
D-10965 Berlin
info@freiearchitekten.de
www.freiearchitekten.de

roedig . schop architekten GbR
Obentrautstraße 72
D-10963 Berlin-Kreuzberg
Tel. +49 (0)30 / 2196 266-10
Fax +49 (0)30 / 2196 266-29
info@roedig-schop.de
www.roedig-schop.de

(ARGE D1 ARCHITEKTEN)

Neubau Dennewitz Eins Berlin

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:


TRAGWERKSPLANUNG
Dierks, Babilon und Voigt
Ingenieurbüro für Tragwerksplanung

Suarezstraße 54
D-14057 Berlin
Tel. +49 (0)30 / 3277 07-0
Fax +49 (0)30 / 3277 07-13
info@dbv-ingenieure.de
www.dbv-ingenieure.de

VEREDELTER ROHBAU. Da die Architekten trotz der zentralen Lage nicht absehen konnten, ob sich die Gegend zu einer besseren Wohnlage entwickeln würde, planten sie das Haus als veredelten Rohbau mit nur 2.000,– € Projektkosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Für das Grundstück waren nach überschlägiger Berechnung rund vierzig Wohn- und Gewerbeeinheiten realisierbar.

ERWEITERTES BAUHAUPTGEWERBE
mib – märkische ingenieur bau gmbh

FEUCHTEMESSUNG UND TROCKNUNG
Otto Richter GmbH – Feuchteklinik®
Seelenbinderstraße 80
D-12555 Berlin
Tel. +49 (0)30 / 6566 11-0
Fax +49 (0)30 / 6566 11-12
info@feuchteklinik.de
www.feuchteklinik.de

Um überschaubare Hausgrößen für Baugruppen zu gewährleisten, teilten die Architekten die Fläche in drei Einheiten mit jeweils eigenen Aufgängen und je 13 bis 14 Wohnungen. So entstanden drei Häuser mit einer gemeinsamen Fassade als sechsgeschossiger Solitär mit einer Sichtschneise durch den Garten bis in den Gleisdreieckpark.

Die Planung der Architekten sah in der Grundriss- und Fassadengestaltung die Mitwirkung der Baugruppe innerhalb fest vereinbarter Spielregeln vor. Alle Grundrisse sind daher individuell auf die Bedürfnisse der künftigen Nutzer zugeschnitten.

ARBEITSGEMEINSCHAFTS-ABC. Jedes Architekturbüro betreute eine Hausgruppe: DMSW war für Haus A verantwortlich, sieglund-albert für Haus B und roedig . schop für Haus C. Die Kubatur, Fassaden und Dach haben alle Architekten gemeinsam geplant, ein Büro übernahm jeweils für ein Bauteil die Federführung.

Für die Fassaden waren dreihundert bodentiefe oder brüstungshohe Fenster vorgesehen. Ihre Größe und Lage konnten die Bauherren individuell bestimmen, sofern sie die vereinbarten Rasterlinien einhielten.

Die Außenräume der Wohnungen sind als Loggien in den Baukörper eingeschnitten. Das Erdgeschoss hat eine geschosshohe Betonfassade, darüber ist das Gebäude von einer einheitlichen Metallfassade aus achthundert goldfarbenen Gitterrostelementen umfasst, die sich wie ein Kleid um das Gebäude legt.

DACHTERRASSE STATT KELLER. Als kostengünstigste Wärmedämmung wählten die Architekten ein Verbundsystem mit Armierungsschicht ohne Oberputz. Denn die auf Konsolen aufgelagerte Stahlfassade bildet eine halbtransparente Deckschicht, die auch zur Absturzsicherung vor bodentiefen Fenstern und Loggien dient.

Das Gebäude wurde nicht unterkellert. Abstellräume sind als Metallboxen auf der gemeinsamen Dachterrasse untergebracht.

Die Gründung erfolgte auf Bohrpfählen mit einer durchlaufenden Bodenplatte. Tragende Bauteile sind die Außenwände und die massiven Brandwände zwischen den einzelnen Häusern, die aussteifenden Treppenhauswände sowie die Stahlbeton-Stützen bzw. -Pfeiler. Die Betonflächen wurden von den Architekten überwiegend roh belassen.

FOTOS
STEFAN MÜLLER FOTOGRAFIE
Schwalbacher Straße 2 b
D-12161 Berlin
Tel. +49 (0)30 / 6947 590
Mobil +49 (0)171 / 6277 462
info@stefanjosefmueller.de

URBANER GARTEN. Auf der Südseite wurde ein urbaner Gemeinschaftsgarten angelegt/geplant. Er ist von der Straße aus völlig einsehbar und bildet optisch das Verbindungsstück zwischen Gleisdreieck und den öffentlichen Freianlagen in der Pohlstraße. Zurückgezogene Freiflächen für die Bewohner befinden sich auf der großen gemeinschaftlichen Dachterrasse, die das gesamte Gebäude überzieht.