Neubau Campus Lippstadt der Hochschule Hamm-Lippstadt

Neubau Campus Lippstadt der Hochschule Hamm-Lippstadt

Konzentrierte Atmosphäre
mit belebenden Farbimpulsen

Beste Lernbedingungen für hochspezialisierte Studiengänge

NATURNAH UND TECHNOLOGIEORIENTIERT. Mit der feierlichen Eröffnung wurde der Campus der komplett neugegründeten Hochschule Hamm-Lippstadt offiziell eingeweiht. Um einen von vier neuen Standorten hatten sich die nordrhein-westfälischen Städte Hamm und Lippstadt gemeinsam beworben und den Zuschlag für eine Hochschule mit zwei Campus-Arealen erhalten.

Den internationalen Wettbewerb für die Entwicklung des Campus Lippstadt entschied RKW für sich. Das Architekturbüro realisierte einen ebenso naturnahen wie technologieorientierten Entwurf.

EIN PLATZ ZUR KOMMUNIKATION. Das Gelände liegt an der Rixbecker Straße und hatte dem benachbarten Automobil-Zulieferer Hella gehört, mit dem die technische Hochschule auch kooperiert. Nördlich grenzt es an eine weitläufige Auenlandschaft der Lippe.

Aufgrund seiner natürlichen Schönheit trug das Areal den Namen „Himmelreich“. Dort errichteten die Architekten ein Ensemble aus vier Gebäuden, die sich um einen zentralen Platz gruppieren.

Das Leitmotiv des Entwurfs ist Kommunikation. Wo und wie kommen die Studenten, Professoren und Besucher zusammen? So erhält der Platz eine große Bedeutung als sozialer Mittelpunkt des Campus. Die Verteilung der verschiedenen Funktionen auf die Gebäude führt automatisch zu seiner Belebung.

RKW
Rhode Kellermann Wawrowsky
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4 GEBÄUDE MIT GROSSZÜGIGEN FOYERS. Das Thema Begegnung wird auch in die jeweiligen Innenräume weitergetragen: Jedes Gebäude verfügt über großzügige Foyers, die überdies als Ausstellungsflächen dienen und Innen- und Außenbereich fast fließend verbinden.

Die vier Baukörper sind zwei- bzw. dreigeschossig und in ihrer ganzen Ausprägung horizontal angelegt. So fügen sie sich in die besonders nach Norden hin freie und weitläufige Naturlandschaft harmonisch ein. Die beiden nördlichen, U-förmigen Gebäude besitzen darüber hinaus begrünte Innenhöfe, die sich in Richtung der Lippeauen öffnen.

Die verschiedenen Nutzungen der vier Gebäude beinhalten Mensa und Verwaltung mit einem Studenten-Service-Center, Bibliotheks- und Hörsaalzentrum sowie die Verwendungen als Institutsgebäude mit Laboren, Werkstätten und den Departments. Daneben sind überall gesonderte Flächen für studentisches Lernen mit unterschiedlichen Qualitäten angeordnet, von informellen Treffpunkten und Sofalounges bis zu Gruppenarbeitsplätzen oder ruhigen Studierorten in der Mediathek.

ZIEGEL, GLAS UND FENSTERBÄNDER. Besonderes Augenmerk galt der Gestaltung der Gebäudeoberflächen. So wurde für die Fassaden ein Wechsel zwischen massigen Ziegelflächen, Panoramaglasöffnungen und horizontalen Fensterbändern entwickelt.

Ein heller, sandfarbener Klinker bringt durch seine leicht changierende Struktur und Farbe eine Natürlichkeit auf den sonst durch Technik geprägten Campus. Als Gegenpol zu Werkstätten und Elektroniklaboren schafft das Material Stein einen lichten und leichten Gesamteindruck. Davon setzen sich die Fensteröffnungen mit ihrer mattschwarzen Einfassung kontrastreich ab, während zurückspringende Eingangsebenen und verklinkerte Innenhöfe die Materialität der Ziegel bis tief in die Gebäude wirken lassen.

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BEWUSST REDUZIERT. Die Innenräume wurden ebenfalls bewusst reduziert gehalten. Dort soll die konzentrierte Atmosphäre einer technischen Hochschule herrschen.

So greift das Farb- und Materialkonzept die Hochschulthemen assoziativ auf: Elektro- und Motorentechnik, Farben von Aluminiumgussteilen oder Kabeln, eher technische oder neutrale Materialien wie Sichtbeton sowie der Verzicht auf das Verbergen von Installationen – die Gebäudetechnik soll erkennbar bleiben.

Einen Kontrast dazu bieten die sogenannten „Farbduschen“ – etwa Windfänge, die von Boden bis Decke in kräftigem Orange gehalten sind, oder komplett grüne Treppenhäuser. Auch gibt es Hörsäle mit einheitlich roten Stühlen, Tischen und umgebendem Fußboden in kräftigem Rot. Diese kurzen Farbimpulse wirken belebend und sorgen für Abwechslung.

Schon vor der offiziellen Eröffnung ging der Campus Lippstadt wie geplant in Komplettbetrieb. Dafür sorgte auch das RKW-Baumanagement, das die Insolvenz eines der beiden Generalunternehmer erfolgreich kompensieren konnte. Inzwischen haben die ersten von bis zu 2.000 Studierenden in hochspezialisierten Studiengängen wie etwa Computervisualistik, Materialdesign für Bionik & Photonik oder Soziale Medien und Kommunikationsinformatik – und natürlich ihre Dozentinnen und Dozenten – auf dem Campus beste Lernbedingungen gefunden.