Neubau Blue Building der Peter Blau GesmbH Wien

Neubau Blue Building der Peter Blau GesmbH Wien

Ökologisches Vorzeigeprojekt mit Glasfassade

2-fach preisgekrönt

ENERGIEAUTARK UND KOMFORTABEL. Im November 2013 wurde das Blue Building der Peter Blau GesmbH mit dem klima:aktiv-Preis ausgezeichnet. Bereits vor Fertigstellung hatte das  ökologische Vorzeigeprojekt mit bilanziell energieautarker Gebäudetechnik den Umweltpreis der Stadt Wien eingeheimst. Energieeffizienz und Glasfassade – ein spannender Spagat, geplant und umgesetzt von POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN aus Steyr, einem Vorreiter in Sachen nachhaltiger Architektur.

„Sowohl-als-auch funktioniert!“, so der Architekt Andreas Prehal über das neue Blue Building. Doch zum Anfang der Geschichte. Das Familienunternehmen Peter Blau GesmbH in Wien-Liesing ist spezialisiert auf den Vertrieb von Buntmetallen, basierend auf einer großen Lagerhaltung vorwiegend von Kupfer- und Messingwaren. Als Reserven für die nächsten Expansionsschritte fiel die Entscheidung für einen Neubau, um die Lagerkapazität zu vervielfachen und einem Bürogebäude neuen Raum zu geben.

Energieeffizienz und Ökologie liegen der Familie Blau am Herzen. Ehrgeiziges Ziel des Neubaus war es deshalb, die Gebäudetechnik bilanziell energieautark betreiben zu können. Gleichzeitig sollten alle Arbeitsplätze höchstmöglichen Komfort für die Mitarbeiter bieten und so ein angenehmes und effektives Arbeiten ermöglichen.

VERBINDUNG DER WIDERSPRÜCHE. „Möglichst viel Transparenz für den Bürotrakt und möglichst wenig Einblick in die Lagerflächen waren grundlegende Anforderungen an die Architektur“, so Andreas Prehal. Eine Glasfassade, die ja bekanntlich einen hohen Energiebedarf erzeugt, gepaart mit einem ökologischen Gesamtkonzept. Klingt wie täglich Cupcakes naschen – bei Kleidergröße 34. Möglich macht das scheinbar Unmögliche ein perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der Nutzung von Sonnenenergie, dem Speichern von Wärme bzw. Kälte in einem gigantischen Wasserbecken und die Abstimmung aller Abläufe auf Basis einer einjährigen Betriebssimulation. Trotz des vermeintlichen Widerspruches zwischen energieverschwenderischer Glasfassade und der vorgegebenen Nachhaltigkeit für das Projekt wurde beim Betriebsgebäude der Peter Blau GesmbH durch intelligentes Zusammenführen von architektonischen, bautechnischen sowie anlagenspezifischen Aspekten ein Höchstmaß an Energieeffizienz erreicht.

POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN
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WASSERBECKEN ALS TEMPERATURSPEICHER. Nicht zum Plantschen, sondern für die vorgeschriebene Sprinkleranlage wurde ein Wasserbecken mit einer Füllung von 650 Kubikmetern errichtet – das entspricht der Wassermenge von vierzig mittelgroßen Pools. Rundum gedämmt und mit Wärmetauschern versehen, dient das Becken als riesiger Pufferspeicher und wird zu Kühl- und Heizzwecken verwendet.

So kann beim Kühlen im Sommer die Energie, die dem Gebäude entzogen wird, großteils gespeichert werden. Im Winter wird dieser Energiespeicher zum Heizen verwendet, so lange die Temperatur ausreicht. Zu Sommerbeginn wiederum kühlt das Temperaturniveau die Büros.

Gekühlt und geheizt wird mittels einer Wärmepumpe. Sie wird zur Spitzenabdeckung neben der Energie aus dem Becken zusätzlich mit temperiertem Grundwasser gespeist.

STROM AUS DER PHOTOVOLTAIKANLAGE. Auf dem Dach der Halle produziert eine Photovoltaikanlage so viel Elektrizität, dass die gesamten Anlagen für Gebäudebelüftung, Klimatisierung, Kühlung und Heizung, sowie die gesamte EDV bilanziell energieneutral betrieben werden. Selbstredend wurde das Gebäude bestmöglich gedämmt. Im Bürogebäude sorgen eine Komfortlüftung, die Beheizung über den Fußboden sowie die Kühlung über Decken- und Wandelementen für angenehmes Raumklima.

365-TAGE-SIMULATION. Planung ist das halbe Leben. Gelebt wurde diese schöne Weisheit beim Blue Building der Peter Blau GesmbH durch und durch: Ein Jahr lang simulierte man den Betrieb des Gebäudes, um herauszufinden, wie und wann die Energie vernünftig einzusetzen ist. Vergleichbar mit einer gewitzten Hausherrin, die dann die Waschmaschine einschaltet, sobald die Lichteinstrahlung für die Photovoltaikanlage auf dem Hausdach stimmt – nur eben im großen Stil. Ein Jahr lang wurden hypothetische Betriebsdaten gesammelt und flossen in die Planung und Ausführung des Gebäudes ein, vom Timing bei Heizung und Lüftung bis zur Kombination träger und schneller Heiz- und Kühlelemente.

BLUE BUILDING IN KUPFERFARBTÖNEN. Optisch und funktionell teilt sich das Blue Building in das dreigeschossige Bürogebäude, den eingeschossigen Verbindungstrakt und die Lagerhalle. „Gemeinsam ergeben sie eine interessante Großform, bei der alle Materialien in Kupferfarbtönen abgestimmt, die Qualität der Materialien aber nach Wertigkeit des Bauteiles verschieden sind“, erklärt Prehal.

Glas mit bronzefarbener Sonnenschutzbeschichtung sowie durchgefärbter Beton dominieren den Bereich des Bürogebäudes, während die Lagerhalle in kupferfarbenen Fassadenpaneelen gestaltet wurde. Ganz in Brauntönen gehalten zeigt sich auch der Innenbereich des Bürohauses mit dem eingefärbten Bituterrazzo als Boden bis hin zu den Möbeln und der Ausstattung, die farblich allesamt auf das Material Kupfer verweisen.

FOTOS
Walter Ebenhofer, Steyr

Im Erdgeschoss des Büros sind im Wesentlichen der Empfang, eine Präsentationsfläche und ein Seminarraum untergebracht. Das erste Obergeschoß beherbergt sämtliche Mitarbeiterbüros samt großzügigen Aufenthaltsflächen, während oben, mit freiem Blick auf die Umgebung, die Geschäftsführung untergebracht ist.

Kräne be- und entladen LKWs in der Halle. Die Waren werden in modernsten automatischen Hochregalen gelagert. Nasszellen, Sozial- und Technikräume fanden im Zwischentrakt ihren Platz.