Neubau Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde Küsnacht
Neubau Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde Küsnacht

Neubau Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde Küsnacht

Gleichermaßen wohnliche
wie anregende Atmosphäre

Die differenzierte Gestaltung stimuliert das Erinnerungsvermögen und evoziert vertraute Gefühle

EINGEBUNDEN UND VERNETZT. Der Ersatzneubau des Alters- und Gesundheitszentrums Tägerhalde in Küsnacht zeigt in hohem Maß Respekt vor der Weite des Landschaftsraums und der kleinteiligen Nachbarschaft. Vielfältige Außenräume sowie ein sanfter Übergang in den umgebenden Landschaftsraum stellen die Einbindung und Vernetzung mit dem Quartier und unter den einzelnen baulichen Einheiten her.

Der großzügige Vorplatz wird zur attraktiven Adresse und zum hochwertigen Aufenthaltsort. Der geschützte Innenhof schafft ergänzend einen halböffentlichen Ort der Kontemplation in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang, während die Dachterrasse den dementen Bewohnern als geschützter Aufenthalt im Freien dient.

Bob Gysin + Partner BGP
Architekten ETH SIA BSA

Ausstellungsstrasse 24
CH-8021 Zürich
Tel. +41 (0)44 / 2784 0-40
Fax +41 (0)44 / 2784 0-50
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www.bgp.ch

AUSGEWOGENE BALANCE. Um Wohnen in verdichteten Strukturen mit hoher Lebensqualität realisieren zu können, ist den Außenräumen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Sichtgeschützte private Freiflächen können knapp geschnittene Individualbereiche kompensieren, während gemeinschaftlich genutzte Außenräume zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten und soziale Aspekte abdecken. Gerade bei Alterszentren ist dies von zentraler Bedeutung, da das unmittelbare Wohnumfeld an Bedeutung gewinnt aufgrund des oft stark eingeschränkten Bewegungsradius‘.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:


GASTRONOMIEKÜCHENEINRICHTUNG
RAMETALL Ramseier & Ammann
Aspstrasse 4
CH-8154 Oberglatt
Tel. +41 (0)44 / 8515 04-0
Fax +41 (0)44 / 8515 04-9
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www.rametall.ch

Intensive Düfte und stark farbige Blumen erschließen sich den Bewohnern emotional, wecken primäre Erinnerungen und erzeugen Vertrautheit. Ergänzend wurde ein therapeutischer Arbeitsbereich mit »Erdtischen« ausgebildet. An ihnen kann auch vom Rollstuhl aus gegärtnert werden. Insgesamt entstand ein ausgewogenes Gleichgewicht unterschiedlicher Freiräume, die zum kollektiven und individuellen Gebrauch einladen.

Im Innern stand das Schaffen einer wohnlichen Atmosphäre für die Bewohner und ein optimales Ambiente für die Mitarbeitenden im Vordergrund. Graduelle Übergänge von den privateren Wohn- und Pflegeräumen zu den zentral platzierten Gesellschaftsräumen, die als Treffpunkt für die Bewohner untereinander, aber auch besonders für Besucher attraktiv sind, bieten eine Vielzahl an Aufenthaltsmöglichkeiten.

PFLEGE UND SERVICE. Die Gebäudestruktur gliedert sich in einen Flachbau, der Allgemeinnutzungen sowie Verwaltung und Hotellerie beherbergt, und die zwei dem Flachbau aufgesetzten Wohntrakte. Die insgesamt 99 Zimmer sind auf eine optimale Pflege ausgelegt, während die elf Wohnungen eine alternative Lebensform im Alter ermöglichen: Als »Wohnen mit Service« konzipiert, begegnen sie dem Bedürfnis, auch im hohen Alter einen eigenen Haushalt zu führen – und gleichzeitig einzelne Dienstleistungen im direkten Umfeld in Anspruch nehmen zu können.

FOTOS
Dominique Marc Wehrli
La Chaux-de-Fonds

ECO-STANDARD. Die Materialisierung im gesamten Projekt ist auf wenige Materialien eingeschränkt: Abgestimmt auf die jeweilige Nutzung, vereinfacht die reduzierte Vielfalt den Unterhalt und vermittelt einen ruhigen und großzügigen Ausdruck.

Der Eco-Standard wurde unter anderem mit dem Einsatz von lösemittelfreien Farben und Klebstoffen, formaldehydfreien Holzwerkstoffen und einem Anteil von Recyclingbeton erreicht. Auch ist die Masse an grauenergieintensivem Beton niedrig gehalten und bleibt weitgehend den Geschossdecken und erdberührten Außenwänden vorbehalten. Im Innenraum sind die Betonwände auf das für die Aussteifung statisch notwendige Minimum reduziert.

Fenster und Glasflächen sind dreifachverglast ausgeführt. Sie ermöglichen neben der sehr guten Wärmedämmwirkung einen angenehmen Aufenthalt auch unmittelbar hinter den Glasflächen.

HEIMAT UND IDENTITÄT. Die Außenwandelemente sind in Holzleichtbauweise konstruiert und grundsätzlich von der Primärstruktur getrennt, um den Ersatz dieses Bauteils entsprechend seinem Nutzungszyklus zu gewährleisten. Die Küsnachter Lärche aus dem gemeindeeigenen Wald findet sich sowohl hier als auch als Furnier und Wandverkleidung im Innern – um Aspekte wie Heimat und Identität auch auf Materialebene zu thematisieren.