Sanierung des Biodiversität und Klima Forschungszentrums Frankfurt am Main

Modernisierung und Erweiterung Fakultät Maschinenwesen der RWTH Aachen

Exzellente Wissensvermittlung – Lernen und Lehren zurück in die Stadt

Zentrale Funktionen der einzelnen Lehrstühle wurden so platziert,
dass sich ihre Lage im gesamten Bereich zur Öffentlichkeit bekennt

NEUER SOLITÄR. Zu Projektbeginn befand sich am betreffenden Ort eine vernachlässigte Innenhoffläche, verbaut mit einem anderthalbgeschossigen desolaten Parkhaus – stillgelegt seit 14 Jahren wegen der maroden Bausubstanz, und das in Sichtweite zum Aachener Dom und zum Aachener Rathaus. Dieser für einen innerstädtischen Campusbereich unzureichenden Situation sollte mit einer Verdichtung entgegengewirkt werden.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

TRAGWERKSPLANUNG
Ingenieur Group Innovatives Bauen
GmbH & Co. KG

Zimmerling Tragwerksplanung
Friedenstraße 2
D-40219 Düsseldorf
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Fax +49 (0)211 / 3982 523
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Die umgebenden denkmalgeschützten Bauten – das ehemalige Mädchen-Gymnasium, das Werkstoffkundegebäude sowie die Theresienkirche – bildeten den Rahmen für die Nachverdichtung des innerstädtischen Grundstücks. Das städtische Ringsystem wurde mit platzartigen Aufweitungen und durch die Platzierung eines neuen Solitärs in dem gefassten Blockrand ergänzt, wie es für Aachen typisch ist. An die Raumfolge der städtischen Außenräume erfolgt die Achse der Wissenschaft mit den universitären Innenräumen als Innenhöfe und Gärten.

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D-44801 Bochum
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TECHNIKUM IM INNENHOF. Das wichtigste Kriterium bei der Entwicklung des neuen Gebäudes der Fakultät für das Maschinenwesen der RWTH Aachen war die Stärkung der urbanen Verflechtung zwischen den vielfältigen Blickbeziehungen innerhalb der bestehenden Gebäudestruktur. Dabei galt es, hinter und neben den bestehenden Gebäuden die Tiefe und Schichtung der vorgegebenen Grundstückssituation optimal auszunutzen. Ziel war es, den Technikumsbereich im Innenhof anzusiedeln und damit ein Stück Bildungsangebot zurück in die Stadt zu bringen.

Über den Sockel des Technikums, welcher die beiden Grundstücksniveaus verbindet, wurde in Verlängerung zum denkmalgeschützten Werkstoffkundegebäude der Büro-, Seminar- und Schulungsbereich als Klammer angesiedelt. Die gleichermaßen introvertierten wie offenen Außenbereiche bieten für den Campusbereich geschützte Freiräume und zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität inmitten einer innerstädtischen aufgelösten Blockstruktur.

MASSSTABSGERECHT UND QUALITÄTSVOLL. Aus einer ehemals nicht adäquat genutzten Hinterhoffläche wurde ein maßstabsgerechter und qualitätsvoller Ort, der sowohl die Anwohner als auch die Studenten an den gesamten Stadtqualitäten teilnehmen lässt. Die Durchlässigkeit des kompletten Innenhofbereiches wird durch vielfältige Sicht- und Wegebeziehungen erreicht.

Durch die Farbgebung, die in Anlehnung an das 50er-Jahre-Gebäude der Werkstoffkunde und an das bestehende Hochhaus gewählt wurde, wird ein Zusammenhang auch in der Gebäudehaut der einzelnen Fakultäten erreicht. In einer engen Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde das Farbspektrum festgelegt und ausgebildet. Die anthrazitfarbene Sockelausbildung bietet für die darüberliegenden Schulungsbereiche einen starken Schwerpunkt.

Die Nutzungsmischung des gesamten Gebäudes mit den verschiedenen Bereichen der Werkstätten inklusive der zusätzlichen Laborflächen und den darüberliegenden Seminarbereichen mit den angegliederten Büroflächen bietet im Außenbereich eine durchgängige Platz- und Freiraumgestaltung als Pausenfläche an. Im Gegensatz zur Aussiedlung an den Rand der Stadt wurden zentrale Funktionen der einzelnen Lehrstühle so platziert, dass sich ihre Lage im gesamten Bereich zur Öffentlichkeit bekennt. Der innenräumliche Schwerpunkt des Gebäudes liegt in der Wandelbarkeit der einzelnen Funktions- und Nutzungseinheiten. Denn ein guter Universitätsbau wird nie abgeschlossen sein.

FOTOS
JÖRG HEMPEL PHOTODESIGN, Aachen