Bauprojekt Manus Klinik Krefeld

 

Emanzipation
der Farbe

 

Der Raum selbst wird lebendig,
fließt vom einen zum nächsten
Farbfeld-Ensemble

raumkontor
Innenarchitektur Architektur
Dipl.-Ing. Andrea Weitz und
Prof. Jens Wendland GbR
Oberrather Straße 12
D-40472 Düsseldorf
Tel. +49 (0)211 / 4869 67
Fax +49 (0)89 / 2023 8155
kontakt@raumkontor.com
www.raumkontor.com

DIE FARBE TRITT IN DEN VORDERGRUND. Schon längst ist Farbe im Raum kein Tabu mehr. Sie darf sein. Dazu ist begründend das ein oder andere Goethe-Wort schnell herbeizitiert. Auch die Farbpsychologie trägt Gemütserhellendes bei. Unser Sprachgebrauch ist voll von metaphorischer Farb-Poetik.

Gemeint ist aber immer die zurücktretende, nur hintergrundbildende Farbe. Die Farbe, die kein Recht anmeldet auf eine eigene Position. Die Farbe, die die Form bekleidet. Die Farbe, die man auch übersehen kann. Erlaubt ist die Farbe, die in die zweite Reihe zurücktritt, wenn es darauf ankommt – und ein Schelm ist, wem etwa Parallelen einfielen zu noch immer gängigen Erwartungshaltungen an das weibliche Rollenverhalten.

Ganz anders verhält es sich in den Räumen der Manus Klinik in Krefeld. Hier ist die Farbe frei, hat sich emanzipiert und ein selbstbestimmtes Eigenleben entwickelt.

KAUM ZU BÄNDIGENDE NEUE ENERGIE. „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: Ich und die Farbe sind eins.“ Als der Maler Paul Klee dies glückstaumelnd in seinem Tagebuch notierte, stand er zwar nicht in Krefeld, sondern war regelrecht elektrisiert und neu zum Leben erweckt durch die anregende Erlebnisintensität der Märkte und Cafés in Tunis. Die kaum zu bändigende neue Energie, die er auf dieser Reise tankte, ist den Sätzen abspürbar – eine neue Vitalität durch die Kraft der Farbe.

FOTOS
Hans Jürgen Landes, Dortmund

Bauprojekt Manus Klinik Krefeld

Dieses Glücksgefühl steckt an, lässt Menschen aus sich heraus und auf andere zugehen – all das bewirkt Farbe, wenn man ihr Raum zubilligt. Der Raum selbst wird lebendig, fließt vom einen zum nächsten Farbfeld-Ensemble, wird leicht und durchgängig. Das Farbkonzept trägt und erträgt viel: Es nimmt die ein oder andere Verbautheit der Substanz gelassen hin und bindet sie galant ein in das Gesamte.

MINUTIÖS KALKULIERTE UNBEKÜMMERTHEIT. Die Vielfalt der Farben hat etwas spielerisch Unbekümmertes – aber dieser Leichtigkeit der Ausstrahlung liegt ein minutiöses Kalkül zugrunde. Jede Fläche ist präzise definiert und räumlich ausgewogen verortet. Die Einzelfarben sind zu Gruppierungen verwoben – sie bleiben in diesen zwar lesbar, sind aber doch auf einen Gesamtklang ausgerichtet. Durch Farbverknüpfungen verbinden sich diese Arpeggien über die Räume hinweg zu einem Farbklang-Netz mit unterschiedlichen Zentren.

Gesundet man in solchen Räumen? Aber sicher: Sie wecken die Lebensgeister, zaubern ein Lächeln auf die Gesichter, geben Kraft. Außerdem – das sei nicht völlig unterschlagen – gibt es natürlich noch jede Menge Ärzte, die das ihre dazu beitragen: Die Manus Klinik hat sich mit einem Team hochspezialisierte Fachärzte auf ambulante und kurzstationäre Operationen spezialisiert. Das Raumprogramm umfasst neben den Räumlichkeiten für die Untersuchungen und die Vorgespräche einen OP-Trakt mit zwei Operationssälen und einen Klinikbereich mit Patientenzimmern. Die Klinik befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1890, das in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde saniert wurde.