Bauprojekt Landesgalerie Krems

Bauprojekt Landesgalerie Krems

Glaskubus als Angelpunkt der Umgestaltung

Vor der Kirche spielt ein Zaun aus dicht gereihten Stahlschwertern mit dem Motiv von wehendem Gras

SAKRALE ATMOSPHÄRE. Die neue Landesgalerie Zeit.Kunst.Niederösterreich besetzt mit der Dominikanerkirche Krems einen historischen Ort mit zeitgenössischer Kunst. Die Zielsetzung, künftig Präsentationsplattform für zeitgenössische, überregional tätige Kunstschaffende mit Niederösterreichbezügen zu sein, kündet bereits von den hohen Ansprüchen, die an das Galeriekonzept gestellt werden. Insgesamt 1.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf zwei Standorte, eröffnen außergewöhnliche kuratorische Möglichkeiten unter der künstlerischen Leitung von Alexandra Schantl.

Die groß angelegte Adaptierung des rund 1.100 Quadratmeter großen Kirchenschiffs der Dominikanerkirche Krems basiert auf einer Kooperation zwischen Lukas Göbl, Fritz Göbl und Franz Gschwantner. Die neue Nutzung des Kirchenraums als Präsentationsraum mit sakraler Atmosphäre erfordert eine umfangreiche Sanierung und Adaptierung des Altbestandes. Im Zuge der baulichen Veränderungen ist auch eine Neugestaltung des Vorplatzes vorgesehen.

Lukas und Fritz Göbl
gemeinsam mit Franz Gschwantner
Office for Explicit Architecture

Veronikagasse 12/3
A-1170 Wien
Tel./Fax +43 (0)1 / 2794 418
office@explicit-architecture.com
www.explicit-architecture.com

Die Konzeption unter der ausschließlichen Verwendung des Werkstoffs Glas umfasst konsequent alle Bauteile – Wände, Decken, Träger, Stützen, Türen etc. –, lediglich die Dimensionierung und Oberflächenbeschaffenheit differieren je nach Funktion und Größe des Bauteils. Durch diese materielle Forcierung entsteht ein durchsichtiger Kubus, der unmittelbar die Assoziation mit einem Kristall hervorruft. Zusätzlich unterstützt wird der optische Eindruck durch die umseitige Freistellung des Pavillons. Als autarkes Element im Raum dockt der Pavillon nur an den notwendigen Stellen an bestehende Öffnungen an.

ASSOZIIERTER KRISTALL. Die Foyerlösung berücksichtigt den denkmalgeschützten Sakralbau und wird zum Angelpunkt der Umgestaltung des Gebäudes. Ein transparenter Pavillon wird dem Haupteingang innenseitig vorgelagert. Dieses Glashaus dient einerseits als Eingangsfoyer mit Ticketing und Shop, fungiert andererseits jedoch auch als Verteiler der eintreffenden Besucherströme zwischen dem Ausstellungsraum und dem bestehenden Weinstadtmuseum der Stadt Krems.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

ALARMANLAGE
EMS-Linz GmbH, Allhaming

PERFORIERTE PORTALE. Auch der Platz zur Kirche an der Hinterseite der Galerie erfährt Umgestaltungsmaßnahmen: Ein Zaun aus dicht gereihten Stahlschwertern spielt mit dem Motiv von wehendem Gras. Eine Abgrenzung der öffentlichen von den privaten Bereichen ist so ohne akkurate optische Trennung möglich.

Alle neuen Außenportale des Kirchenschiffs weisen eine pixelähnlich gemusterte Perforierung auf, die durch Ausstanzungen der anthrazitfarbig beschichteten Stahlbleche entsteht. Die stellenweise verstärkte Perforierung der Haupteingangstür orientiert sich bewusst an einer durchschnittlichen Augenhöhe. Nachdem diese Tür zusätzlich mit einer separat zu öffnenden Glastür hinterlegt ist, erlaubt die Lochstruktur bereits Einblicke in das Foyer der Landesgalerie.

FOTOS
Lukas Göbl, Wien