FOTO: Gereon Holtschneider, Lohmar

Bauprojekt L.-Fritz-Gruber-Platz Köln

Ein Platz als Projektionsfläche
für Licht und Schatten

Eine Hommage an den Namensgeber

BEWUSST REALISIERTE ZWEIDIMENSIONALITÄT. Als Hommage an den Namensgeber des L.-Fritz-Gruber-Platzes Köln interpretiert die Gestaltung des Platzes das Thema „Licht und Schatten“ als wesentliches Ausdrucksmittel der Fotografie. Die bewusst realisierte Zweidimensionalität nimmt sich gegenüber den starken Kanten des Platzes mit den zum Teil denkmalgeschützten Fassaden der 20er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts sowie dem prägenden Baumbestand zurück.

Ein durchgehender Pflasterteppich aus ortstypischem Basalt-Kleinsteinpflaster schafft eine Einheitlichkeit und Wiedererkennbarkeit des Stadtraumes. Die Mitte des L.-Fritz-Gruber-Platzes bildet ein eingelegtes Rechteck, das sich aus der Dynamik der städtebaulichen Nord-Süd-Ausrichtung entwickelt.

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FOTO: Gereon Holtschneider, Lohmar

GIGANTISCHES KLEINBILDFORMAT. Das leere Rechteck aus hellen Betonplatten mit dem Seitenverhältnis 6:9 (Kleinbildformat) schafft eine Projektionsfläche für die auf die Platzfläche fallenden Schatten und verstärkt den Kontrast zwischen hellen und dunklen Bereichen. Die zufällig entstehenden Schattenspiele werden zur künstlerischen, sich stetig verändernden Textur in der Mitte des L.-Fritz-Gruber-Platzes. Sie erinnern an die Funktionsweise der Fotografie, ein dreidimensionales Bild auf einer zweidimensionalen Fläche darzustellen.

FOTO: Margot Gottschling

Ein Plattenband, ein Meter breit, rahmt die zentrale Platzfläche. Auf diesem Band sind drei jeweils vier Meter lange, weiße, monolithische Steinbänke aufgestellt, die zum Beobachten, Sitzen und Verweilen einladen. Ein in den Rahmen als belagsbündige Edelstahl-Buchstaben eingelassenes Zitat regt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Fotografie an. Man Ray: "Alles kann durch das Licht verändert, deformiert oder eliminiert werden. Es ist genauso geschmeidig wie der Pinsel."

HOHLKUGEL ALS PROJEKTOR. Nachts zeichnet das Licht aus einer abgependelten Hohlkugel die rechteckige Platzmitte nach. Es fällt so auf den Platzbelag, dass sich die im Raum befindlichen Objekte als Schatten scharf abzeichnen.

FOTO: Gereon Holtschneider, Lohmar
FOTO: Gereon Holtschneider, Lohmar

Das Funktionsprinzip folgt dem eines Projektors: Ein Hohlkörper mit mattschwarzer Innenoberfläche und punktförmiger Lichtquelle, dessen Öffnung nach unten hin so bemessen ist, dass die Brennpunktstrahlen exakt die Fläche des Platzes nachzeichnen.

Für einen kurzen Augenblick wird der Passant, der den Platz quert, zum Mittelpunkt einer Szene, die vom Zufall bestimmt wird. Mit einem Durchmesser von 1,20 m präsentiert sich die Leuchte als eigenständiges Objekt, das auf seiner metallisch-spiegelnde Oberfläche die Umgebung reflektiert.