Bauprojekt Kinderkrippe des Kindergartens St. Stephan Bamberg

Krippe mit Wohncharakter

Harmonische Farben und natürliche Baustoffe sorgen für ein angenehmes Ambiente

VOM SCHULAMT ZUR KINDERKRIPPE. Bei dem Projekt der Erweiterung des Kindergartens St. Stephan in Bamberg handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Herzog-Max-Straße in Bamberg mit einer ebenfalls denkmalgeschützten, historistischen Fassade als wesentlichem Schutzgut. Das Erdgeschoss beherbergte einst das Schulamt Bamberg.

 

Im eingeschossigen Nebengebäude ist der zweigruppige Kindergarten St. Stephan untergebracht. Vom Bauherrn und Träger der Einrichtung, dem Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim, war die Errichtung einer eingruppigen Kinderkrippe mit Anbindung an den Kindergarten erwünscht.

NICKEL UND WACHTER ARCHITEKTEN
Willy-Lessing-Straße 6
D-96047 Bamberg
Tel. +49 (0)951 / 2085 49-0
Fax +49 (0)951 / 2085 49-2
mail@nickel-wachter.de
www.nickel-wachter.de

ZENTRALER WOHN- UND ESSBEREICH. Der Grundriss stellt sich wie folgt dar: Auf der zur Straße gewandten Seite (Ost-Fassade) befindet sich der Gruppenraum. Der Schlafraum ist auf den ruhigen Hinterhof ausgerichtet (West-Fassade).

 

Wickel- sowie Personalraum orientieren sich am Eingangshof (Norden). Im Süden befindet sich das Treppenhaus.

 

Das Zentrum bildet die „zentrale Wohnküche“, die auch als allgemeiner Treffpunkt fungiert. Sie dient den Kindern als Aufenthaltsraum sowie als „Wohn- und Essbereich“ mit pädagogischem Nutzen: Die Kinder können dort kochen und backen. Vor der Küche ist der Wartebereich für die Eltern.

 

Eine Tür verbindet die Kinderkrippe mit dem Kindergarten und ermöglicht den Übergang in den Flur des Kindergartens. Zwischen dieser Verbindung und dem zentralen Küchenbereich liegt die Garderobe und ein behindertengerechtes Personal-WC.

FOTOS
Oliver Giel

HARMONISCHE FARBTÖNE. Bei der Farbgebung sowie der Auswahl an verarbeiteten Materialien legten Nickel und Wachter Architekten großen Wert auf warme, harmonische Farbtöne (Ocker, Orange, Rot) und natürlich wirkende Baustoffe in Eichenholz-Optik für Küchenfront und Türen. Das Mobiliar wurde nach Architektenplänen von regionalen Schreinern nach Maß angefertigt.

 

Ähnliches gilt auch für die im Innenraum befindlichen Spielstätten: ein in Gelb gehaltenes Bällchenbad sowie eine im Gruppenraum an der Wand befestigte Stadtsilhouette aus Holz, die mit einem Spiegel und einem transparentem Bodeneinsatz zum Durchkrabbeln, Entdecken und Spielen einlädt. Für Licht im Innenraum sorgt der gemischte Einsatz aus indirekter Beleuchtung und Pendelleuchten mit großformatigen Lampenschirmen aus Stoff. Im Wickelraum, der neben der Wickelkommode auch Dusche, einen großzügigen Waschtisch und Toiletten für die Kinder beherbergt, dominieren Blau- und Grautöne, die zum weißen Mobiliar kontrastieren.

MASSGEFERTIGTE SPIELGERÄTE. Im Außenbereich entstand anstelle der bestehenden Parkfläche ein Außenspielbereich. Dort entschied sich der Bauherr für den Einsatz hochwertiger Spielgeräte, die nach Maß aus Robinienholz angefertigt wurden. Eine Rutsche, eine große Sandspielfläche sowie ein Gerüst mit der Möglichkeit zum Schaukeln und Klettern bereichern die Rasenfläche.

 

Für Schatten an heißen Sommertagen sorgt ein großes Sonnensegel. Eine neu errichtete, überdachte Stahlkonstruktion mit Holzverkleidung bietet Platz für Fahrräder und Kinderwägen.

 

Der Eingangsbereich wurde durch eine Zugangsrampe behinderten- und kindgerecht umgestaltet. Ein neues Eingangstor, bestehend aus einer farbigen Wandscheibe mit gelaserter Inschrift, trennt den geschützten Innenhof des Kinderhauses von der Straße ab.