Bauprojekt Kinder-Tagesstätte St. Markus Bremen-Arsten

Bauprojekt Kinder-Tagesstätte St. Markus Bremen-Arsten

Energetische Sanierung und Erweiterung

Die Farbigkeit der Innenräume wird durch den Holzton der Fenster,
den roten Linoleum-Belag und Weiß bestimmt

SCHAFFUNG VON KRIPPENPLÄTZEN. Das Angebot an öffentlichen Betreuungsplätzen für drei bis sechs Jahre alte Kinder wird im Bereich der Kindertagesstätten von Einrichtungen der evangelischen Landeskirche ergänzt. Der Gebäudebestand ist zum Teil in die Jahre gekommen und benötigt eine Modernisierung. Zum anderen besteht Bedarf nach räumlicher und organisatorischer Neuorganisation durch die zusätzliche Ausweisung von Krippenplätzen für ein- bis dreijährige Kinder mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab August 2013.

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Die St.-Markus-Kirche in Bremen-Arsten war 1953 bis 1955 vom Architekten Fritz Brand gebaut worden. Die benachbarte Kindertagesstätte, bestehend aus einem Hauptgebäude mit Satteldach und weiteren flachen Anbauten für Gruppen- und Differenzierungsräume, war in den 1990er Jahren durch einen kleineren Anbau um einen Mitarbeiterraum, ein Büro und Toiletten ergänzt worden. Unter dem Satteldach befindet sich eine Turnhalle, in der Küche wird noch selbst gekocht.

MEHR LICHT UND LUFT. Ziel des neuen Umbaus war die energetische Sanierung insbesondere der Flachbauten, die Sanierung der Nassräume, die Vergrößerung von drei Gruppenräumen sowie die Erweiterung der Gruppen um zwei Differenzierungsräume. Die Sanitärräume gegenüber den Gruppenräumen wurden komplett saniert und neu zusammengefasst für die Gruppen 2 und 3 und für die Mitarbeiter. Die Fläche des alten Sanitärraumes neben dem Büro der Leitung wurde zum Sanitärraum der Gruppe 1 umgebaut. Zusätzlich fand dort ein behindertengerechtes WC seinen Platz.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

DACHDECKERARBEITEN
SASCHA APEL DACHDECKERMEISTER
GmbH & Co. KG

Die Gruppenräume wurden so weit in den Garten hinein vergrößert, dass eine Fläche von 50 Quadratmetern zuzüglich Schrankfläche und Abstellbereich erreicht wurde. Gleichzeitig erhielten die Gruppen zum Garten einen markanten Ausbau durch ein Pultdach über der zweiten Ebene. Auf diese Weise wird zusätzlich Ostlicht in die Gruppenräume geholt, und die große Flachdachfläche ist deutlich unterbrochen. Insgesamt ist durch zusätzliche Fenster die Belichtung in der Raumtiefe und die Querlüftung verbessert.

Der Anbau mit dem Mitarbeiterraum wurde wegen massiver Bauschäden und schlechter Isolierung abgebrochen und vergrößert wieder aufgebaut. Der Giebel zur Straße liegt nun direkt auf der Baugrenze und hat den Vorteil, dass ein zusätzlicher Differenzierungsraum und ein weiterer Raum für Differenzierung / ZBV Besprechungsraum entstehen konnte. Dieser Teil ist nach der neuen EnEv 2009 gebaut und damit energetisch auf dem neuesten Stand.

GEFAHRSTOFF-UNTERSUCHUNG
INGENIEURBÜRO MÜHL

HLS-INSTALLATION
Renke Gebäudetechnik GmbH

FOTOS
Carsten Heidmann, Bremen

SCHLANK TROTZ DÄMMUNG. Im Umbaubereich ist die Wärmedämmung des Flachdachs nach EnEV 2009 erneuert. Die alten Fenster der Sanitärräume sind ersetzt, die Klinkerfassade in diesem Bereich blieb wie vorhanden bestehen. Die neue erweiterte Gartenfassade der drei Gruppen wurde mindestens nach EnEV 2009 gedämmt.

Das alte Flachdach ist im Umbaubereich über den Gruppen 1 bis 3 komplett neu gedämmt (rund 240 Millimeter Dämmstärke) und abgeklebt. Trotz der zusätzlichen Dämmung wurde das schlanke Traufendetail des ursprünglichen Entwurfs beibehalten.

ZIMMERMANNSKONSTRUKTION IN HOLZBAUWEISE. Die Erweiterungsbauten zum Garten und der neue Anbau sind auf einer Betonsohle komplett als Zimmermannskonstruktion in Holzbauweise errichtet – mit dem Erfolg einer schnellen, ökologischen und kostengünstigen Bauweise sowie guter Wärmeisolierung. Die Fassade der Flachbauten wurde mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten bekleidet, die der Pultdachbauten mit Holzlatten aus hellgrau lasierter Weißtanne.

Die Farbigkeit der Innenräume wird durch den Holzton der Fenster, den roten Linoleum-Belag und Weiß bestimmt. Schränke, Garderoben, Fußleisten und Treppenaufgänge zur zweiten Ebene sind aus weiß beschichteten Multiplex-Platten gefertigt.