Neubau Institutsgebäude LION der Universität Bremen

Architektonisches Äquivalent der Forschung

 

Ein Solitär als
funktionaler
Baustein der
Umgebung

MODULE DES RAUMBEDARFS ALS GRUNDLAGE STÄDTEBAULICHER KOMPOSITION. Direkt im Zentralbereich der Hochschule gelegen, bereichert der siegreiche Entwurf des Ingenieurwissenschaftlichen Forschungsgebäudes aus der Hand von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg) den Technologiestandort der Universität Bremen um einen weiteren innovativen Institutsbau. In einem prominent besetzten Wettbewerb mit angeschlossenem VOF-Verfahren präsentierte sich der Klinkerbau mit seinen beiden goldfarbenen Körpern architektonisch und funktional als ideales Gebäude für das Bremer Institut für angewandte Strahlentechnik BIAS.

kister scheithauer gross
architekten und stadtplaner
GmbH

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Architekten BDA
Feldschnieders + Kister

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Die Nachbarschaft des Neubaus am Universitätsring ist von Bauten geprägt, deren architektonische Kompositionsprinzipen klare Raumkanten schaffen und zugleich den Anspruch besitzen, Inhalte und Funktionen der Bauten sichtbar werden lassen. Mehr noch als das verbindende Material des eingesetzten Ziegelmauerwerks prägt die lesbare Tektonik der Bauten den Standort. So war es für die Architekten naheliegend, aus den Modulen des Raumbedarfs die Grundlage der städtebaulichen Komposition zu bilden. Entstanden ist ein Gebäude, das sich sowohl mit seiner äußeren Gestalt als auch mit seiner Funktionalität als Baustein der Umgebung verpflichtet und dennoch ein Solitär bleibt.

Bauprojekt Institutsgebäude LION der Universität Bremen

AUS EINEM ZIEGELSOCKEL WACHSEN GOLDFARBENE VOLUMINA. Ein Sockel aus einer Ziegelwand, die das Baufeld mit ihrem freien Spiel von Fenstern umschließt, bildet das Erdgeschoß. Zusätzlich zu den Nebenräumen für die Versuchshalle, den öffentlichen Seminarflächen und dem Foyer nimmt das Sockelgeschoß die auf direktem, ebenerdigem Wege erreichbaren Forschungsbereiche auf. Durch dieses Organisationsprinzip sind Halle und Forschungsbereiche in einer Symbiose geordnet, ohne durch vertikale Trennungen separiert und eingeschränkt zu werden. Die Erschließungsflure werden durch Aufweitungen und Innenhöfe zu Kommunikations- und Begegnungszonen.

FOTOS
Christian Richters, Münster

Aus dem Sockel erwachsen zwei goldfarbene Volumina – die stützenfreie Versuchshalle und ein Büroriegel mit zwei weiteren Geschossen. Mittig angeordnete Treppenhäuser binden die zweihüftigen Büroebenen, konzentriert an das Basisgeschoss.

Die Organisation der Büros schafft ein Höchstmaß an Kommunikation und Flexibilität. Raumgrößen können durch leichte Trennwände frei variiert, Team-Office- und Kommunikationsbereiche gebildet werden.

Das Außergewöhnliche der Forschung bedarf eines architektonischen Äquivalents. So erregen die goldfarbenen Edelstahlverkleidungen des Hallendachs sowie der Bürofassade Aufmerksamkeit und schaffen den gestalterischen Bezug, der sich inhaltlich in der Arbeit des Institutes begründet. Wie seine Nachbarschaft drückt der Neubau singulär und lesbar aus, was in ihm passiert: Forschung – die Entdeckung von Neuem.