Neubau „Glück Auf“ Schwimmhalle Zwickau

Neubau „Glück Auf“ Schwimmhalle Zwickau

Orientiert an der Abstraktion
bergbaulicher Tradition

Schwarzer Funktions- und weißer Schwimmbereich

WETTKAMPFGERECHTE SPORTSTÄTTE. Mit der neuen „Glück Auf“ Schwimmhalle in Zwickau am Standort des ehemaligen Berufsschulzentrums im Stadtteil Schedewitz entstand eine wettkampfgerechte Sportstätte für den Schwimm- und Wasserballsport sowie für das Synchronschwimmen. Die Generalplanung für die moderne Schwimmhalle stammt von der Bauconzept® Planungsgesellschaft mbH.

Zur Namensfindung der Halle war die Zwickauer Bevölkerung aufgerufen, die sich mit 79 verschiedenen Vorschlägen beteiligte. Da Zwickau als traditionsreiche Bergbau- und Industriestadt gilt, heißt der Schriftzug „Glück Auf“ nun die Besucher mit dem weitverbreiteten Gruß der Bergleute herzlich willkommen.

Schwimmen lernen, trainieren und Wettkämpfe bestreiten – das alles können die Sportlerinnen und Sportler nun unter einem Dach. Somit bietet die neue Schwimmhalle ideale Bedingungen für Schwimmvereine, den Schulsport sowie für Hobbysportler.

Neben dem Wettkampfbecken und einem Nichtschwimmerbecken entstand ein zusätzlicher Kursraum für Fitness oder Schulungen sowie ein Konferenzraum im Obergeschoss mit einem guten Überblick in die große Badehalle. Alle Bereiche des Erdgeschosses sind behindertengerecht und barrierefrei erreichbar.

BAUCONZEPT®
PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH

Bachgasse 2
D-09350 Lichtenstein in Sachsen
Tel. +49 (0)3720 4 / 670-0
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www.bauconzept.com

METAPHER DES BERGBAUS. Der Entwurf des neuen städtischen Schwimmbads „Glück Auf“ in Zwickau folgt der Metapher des Bergbaus. Den Kontrast zum Funktionsbereich mit seinem schwarzen, liegenden Baukörper bildet der weiße Schwimmhallenbereich mit seinem Wellenmuster.

Geprägt ist die Architektur des Schwimmbads durch das Bewusstsein der örtlichen Tradition. Denn sie steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte des Stadtteils Schedewitz, in dem zahlreiche Bergarbeiter aus den umliegenden Schächten des Zwickauer Steinkohlereviers wohnten.

PFOSTEN-RIEGEL-FASSADE
heroal
Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG

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D-33415 Verl
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Mehr als ein Jahrhundert wurde im Zwickau-Oelsnitzer Steinkohlerevier und damit auch im Umfeld des heutigen Schwimmbads Steinkohle gefördert. Aus diesem Grund orientierten sich die Architekten an der Abstraktion bergbaulicher Ausdrücke.

Dabei konnten Begriffe wie die Kaue (ein Gebäude über der Schachtöffnung eines Bergwerks zur Nutzung als Wasch- und Umkleideräume der Bergleute) bildhaft transformiert werden. So charakterisiert ein langformatiger Klinker den Funktionsriegel, der die Sanitärräume beherbergt.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:

DACHDECKERARBEITEN
Müller Bedachungen GmbH
Am Sachsenring 3
D-09353 Oberlungwitz
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Fax +49 (0)3723 / 6822 06
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Die Konsequenz des Entwurfs liegt in dem aus der Bedeutung heraus entwickelten Symbol: Der „Hammerkopf“ ist ein zweigeschossiger abgeschrägter Würfel mit verglastem Sockel, über den die Besucher Zugang zum Foyer erhalten.

Aus dem „Kopf“ des Bades wächst der liegende Block – ein langes Stück Steinkohle, ein flaches Brikett, dessen Räume vor Blicken von außen geschützt sind. Auch der Name des Bades greift mit dem deutschen Bergmannsgruß „Glück Auf“ das äußere Erscheinungsbild mit dem Thema des Kohleflözes auf.

GROSSZÜGIGES FOYER. Ein großzügiges, helles Foyer mit Kasse und WCs sowie Wartebereich mit Cafeteria begrüßt die Besucher der Schwimmhalle. Die farblichen Akzente empfangen die Besucher bereits im Eingangsbereich, um sie durch das gesamte Bad zu begleiten und zu leiten.

Blickfang sind farbig wechselnde Ringe an der Decke, die bereits außen weithin sichtbar als kreisrunde Wellen auf eintauchende Schwimmer verweisen. Vom Foyer aus gelangt man in das nach außen verschlossene Obergeschoss, das Räume für Verwaltung, Personal und Technik zur Verfügung stellt.

Im Foyer kommen umlaufende LED-Lichtvouten zum Einsatz. Einen Blickfang stellen die farblich wechselnden Ringleuchten an der Decke dar – bezüglich Größe und Beschaffenheit eine Sonderanfertigung eigens für die „Glück Auf“ Schwimmhalle.

2 X 22 DUSCHEN. Vom Kassenbereich gelangen die Besucher in den Umkleide- und Sanitärtrakt. Neben dem langen Stiefelgang sind auf der rechten Seite nacheinander die Sammelumkleiden mit den Schränken angeordnet.

Der Umkleidebereich umfasst insgesamt 240 moderne, schwarz-weiße Garderobenschränke: 6 Sammelumkleiden mit jeweils 38 Schränken sowie 12 behindertengerechte Schränke. Im Sanitärbereich stehen 22 Duschen je Geschlecht den Besuchern zur Verfügung. Von dort gelangen die Gäste in die große Badehalle.

SCHWIMM- UND LEHRSCHWIMMBECKEN. Das Herzstück der Anlage bildet das wettkampfgerechte 50-Meter-Schwimmbecken mit seinen 8 möglichen Bahnen in einer großen, lichtdurchfluteten Halle. Die 21 Meter lange und zwei Meter breite Startbrücke aus einer Edelstahlkonstruktion bewegt sich auf einem 33 Meter langen Fahrbereich entlang des Schwimmbeckens. Den Blickfang dieser weitläufigen Schwimmhalle stellt eine Drei-Meter-Plattform mit eigens entwickeltem Design dar.

BLÜHENDE AUSSENANLAGE. Die Pflanzenauswahl erfolgte nach klimatischen, hydrologischen und bodengeographischen Gegebenheiten. Weitere Optionen und Kriterien im Rahmen der Pflanzenverwendung sind die Blüte, die Früchte, der Habitus, der Naturschutzwert sowie die Laubfärbung.

Der malerische Blumen-Hartriegel mit seinen zehn Zentimeter breiten, weißen Hochblättern schmeichelt im Frühsommer der schwarzen Klinkerfassade auf der Südostseite. Beim Schwimmen in der Haupthalle geht der Blick auf die dunkelgrüne, glänzende Belaubung der pflaumenblättrigen Weißdorn-Reihe auf der Westseite, die im Herbst in eine flammende Orangefärbung übergeht.

Honigtaufreie Linden beschatten die PKW-Stellplätze. Die jederzeit erfrischende, von Juni bis Dezember weiß blühende Bodendeckerrose Aspirin begleitet die sanierte Körnerstraße.

Fünfzig Bäume sowie zahlreiche Sträucher, Stauden, Gräser und Frühjahrsgeophyten rahmen das Badgelände ein. Die Pflegeeingriffe sind aufgrund der Pflanzenauswahl auf ein Minimum beschränkt.

In einer Zisterne wird Regenwasser aufgefangen, das schließlich zur Bewässerung der Grünflächen zur Verfügung steht. Eine Versenkberegnungsanlage am Haupteingang bewässert bei Trockenheit komfortabel die Blumen-Hartriegel und Rasenflächen auf der Südostseite.

Das Lehrschwimmbecken bietet auf 160 Quadratmetern eine Wassertiefe von 0,90 Meter fallend auf 1,35 Meter und ist in der Wasser- und Raumlufttemperatur separat steuerbar. Die Innenraumgestaltung im Bereich des Nichtschwimmerbeckens ist elegant schlicht in Schwarz und Weiß gehalten. Darüber hinaus zieht sich das Motiv des Strichcodes durch den Hallenbereich. Das Zusammenspiel von farblich wechselnden LEDs im Nichtschwimmerbecken und Kugelleuchten an der Decke sorgt für ein räumliches Wohlbefinden beispielsweise beim Rehabilitationschwimmen, bei der Wassergymnastik oder beim Babyschwimmen.

Der Schwimmmeister-Raum liegt zentral zwischen beiden Beckenbereichen in unmittelbarer Nähe zum Sprungturm und dem Schwimmgerätelager. Die gefliesten Sitzbänke ermöglichen eine Doppelnutzung durch Zuschauer und Sportler.

FOTOS
Thomas Schlegel, Lunzenau

MÄANDRIERENDER STRICHCODE. Für die Entwicklung der Struktur bildet das Verhältnis 2:1 in Länge zu Breite die Basis. Aus der Größe der Halle über die Formate des Beckenumfangs bis zum Boden der Duschen und Umkleiden in das Foyer begegnet den Gästen dieses Modul als monochrome Idee, die sich wie ein roter Faden durch das Schwimmbad zieht.

Die dritte Dimension erfüllt ein mäandrierender Strichcode mit wechselnden Farben, der die Gäste ebenfalls auf ihrem Weg vom Foyer bis zum Schwimmbecken begleitet. Fünf Reihen in unterschiedlichen Farbtönen ziehen sich an der Decke vom Stiefelgang über die Umkleiden entlang der Wand, die den Umkleidebereich mit dem Dusch- und Sanitärbereich trennt, bis auf den Boden. Der Code setzt sich dahinter an den Längswänden und dem dazwischen befindlichen Fußboden fort, wandert nach oben, verschwindet hinter der Lichtdecke und lässt sich in der großen Badehalle von der Decke bis zum Fußboden fallen.

Den Kontrast zu dem Strichcode in satten Farben bildet ein dunkler Hintergrund. Somit stellt die dynamische Farbgebung im Stiefelgang und im Umkleide- sowie Sanitärbereich eine Analogie zur Badehalle her.

Einerseits helfen die Stripes zunächst dem Besucher in der Orientierung des Umkleide- und Sanitärbereichs. Andererseits fügen sie sich schließlich mit dem Farbverlauf aus der anschließenden kleinen Halle an der Nahstelle zu einem großen, mehrfarbigen Bild zusammen.

HERVORRAGENDE VERKEHRSANBINDUNG. Insgesamt stehen 74 PKW-Stellplätze und 4 behindertengerechte Stellplätze sowie 60 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Die „Glück Auf“ Schwimmhalle liegt verkehrsgünstig mit Anschluss an die innerstädtische Straßenbahn sowie an die überregionale Eisenbahn, die Vogtlandregionalbahn und die Erzgebirgsbahn – somit tangieren alle möglichen öffentlichen Nahverkehrslinien.

Für den individuellen motorisierten Verkehr ist der Anschluss an die B 93 (Hauptverkehrsader Nord-Süd) und zu der A 72 und A 4 gegeben. Die Umgebungsstraßen und deren Gehwege wurden neu gestaltet.

Die neu errichteten PKW-Stellplätze und der Vorplatz mit seinen kraftvoll erweiterten Zugängen werden durch elegante Leuchten mit LED-Technik erhellt. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute Farbtemperatur, ausgezeichnete Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke und optimalen Sehkomfort aus. Wie ein edler Ring in der Nacht brechen sie die Dunkelheit der Stadt auf.

Die Anlage ist ausgestattet mit Fahrradständern und Abfallbehältern im modernen Design, hinterleuchteten schlanken Glaspylonen an allen Wegkreuzungen und zeitgemäßen Sitzbänken aus Glasfaserbeton. Des Weiteren führt ein Blindenleitsystem zum Haupteingang der Schwimmhalle.

Das Farbkonzept spiegelt sich in den Außenanlagen wider. So trifft das Kohlegrau der Mauern, der Wege und der Ausstattung auf das Granitweiß der Sitzmöbel und Einfassungen.