Bauprojekt Gartenhallenbad Mannheim-Neckarau

Sport, Spaß & Wellness

Sanierung eines Hallenbads zum
attraktiven Badekomplex mit Saunalandschaft

UMFASSENDE MODERNISIERUNG. Das 1975 erstmals eröffnete Gartenhallenbad in Neckarau, einem der einwohnerstärksten Stadtteile Mannheims, wurde für 7,5 Millionen Euro in einer 13-monatigen Bauzeit vom Charme der 70er Jahre befreit und mit einer zusätzlichen Saunalandschaft, einem neuen Kinderplanschbecken, der neuesten Technik und einem modernisierten Gastro-Bereich aufgewertet. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich das Bad am Großkraftwerk-Parkplatz von einem Zweckgebäude in ein familienfreundliches Sportbad.

Nach einer mehr als 35-jährigen Betriebszeit hatte das Gartenhallenbad nicht mehr den technischen, konzeptionellen und energetischen Erfordernissen entsprochen. Um das Fortbestehen der Schwimmhalle im Südwesten Mannheims am Rhein zu gewährleisten, war eine grundlegende Komplettsanierung dringend notwendig gewesen.

FAMILIENFREUNDLICHES ERLEBNISBAD. Das heutige attraktive Erlebnishallenbad mit rund 2.400 Quadratmetern Nettofläche war als Stahlbeton-Skelettbau errichtet worden und hatte dem Vereins- und Schulschwimmen sowie als öffentliches Freizeitbad gedient. Nach einer gut vorbereiteten, nur zehnmonatigen Planung konnte mit dem Rückbau begonnen werden. Bereits zwei Monate später startete die Phase der Erneuerung und Erweiterung.

Mit der Modernisierung entwickelten sich ideale Trainings- und Lernbedingungen für Schwimmvereine sowie für den Schulsport. Aber auch die Attraktivität für Freizeitsportler und Familien konnte mit den verschiedenen Schwimmbecken gesteigert werden.

Das Gartenhallenbad im Mannheimer Stadtteil Neckarau ist nicht nur dem Alter nach eine generationübergreifende Einrichtung. Heute spricht das Erlebnisbad mit seinem umfangreichen Angebot sowie der frischen und modernen Architektur die ganze Familie an. Der gesamte Gebäudekomplex ist barrierefrei gestaltet.

Bauprojekt Gartenhallenbad Mannheim-Neckarau

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KLARER GEBÄUDEAUFBAU. Das rechteckige Bestandsbad wurde im Süden um einen eingedrehten Baukörper erweitert. Darin befindet sich die neue Saunalandschaft, der Imbiss und ein Familienbereich mit Kinderplanschbecken.

Die Unterscheidung von Funktions- und Hallenbereich wird bereits durch den klar gegliederten, rechteckigen Baukörper mit seinen verschiedenen Gebäudehöhen bestimmt. Zusätzlich grenzt die unterschiedliche Farbgestaltung beide Bereiche voneinander ab. So wird einerseits der Funktionsbereich durch einen dunklen Grauton mit einer horizontalen Fassadenaufteilung zur Unterstreichung des liegenden Baukörpers charakterisiert und andererseits der Hallenbereich durch einen hellen Grauton.

Zum Westen öffnet sich das Bad über eine großzügige Glasfassade in den Garten. Diese transparente Fassadengestaltung verleiht der Halle eine lichtdurchflutete und freundliche Atmosphäre. Ein umlaufender, zurückgesetzter Sockel hebt das Gebäude vom Boden ab und lässt es schweben.

Für die Außenseite wurde eine hinterlüftete Vorhangfassade mit Fassadentafeln aus HPL-Platten gewählt. Die mehrschichtige, geschlossene Außenwandkonstruktion verringert den Wärmeverlust und reduziert so die Heizkosten. Diese perfekte Dämmung gewährleistet ein angenehmes und gesundes Innenraumklima sowie den langfristigen Werterhalt des Gebäudes.

Alles in allem ist das Gartenhallenbad durch einen klaren Gebäudeaufbau mit einer ebenso strukturierten Fassadenaufteilung charakterisiert. Das einheitliche Erscheinungsbild übt sich in eleganter Zurückhaltung gegenüber der natürlichen Umgebung.

DIFFERENZIERTES FARBKONZEPT. Hinsichtlich des Farbkonzeptes unterteilten die Architekten der Bauconzept® Planungsgesellschaft das Innere der Halle in zwei Funktionsbereiche: Schwimmhalle und Sauna. Der Eingangs- und Umkleidebereich dient als verbindendes Element. Diese drei Areale zeichnen sich jeweils durch eine bestimmte Farbe aus.

Der Badekomplex als aktiver Bereich erstrahlt in fröhlichem Gelb. Der Sauna als passivem Bereich liegen warme Naturfarben mit erholsamen und entspannendem Charakter zugrunde. Die Umkleide und das Foyer sind durch ein frisches Grün gekennzeichnet, das für die Besucher einerseits entspannend, aber auch belebend sein soll und den Bezug zur natürlichen Umgebung herstellt.

Im Kontrast zu diesen Farbstimmungen steht ein weißer Grundton für den Innenraum, der für Reinheit und Gesundheit steht. Akzente werden durch natürliche Baustoffe gesetzt, zum Beispiel durch die Holztresen. Darüber hinaus verknüpfen die großen Fenster den Innen- mit dem Außenbereich. Grundsätzlich bieten hochwertige Materialien sowie ein individuelles Lichtkonzept dem Besucher Komfort und eine Wohlfühlatmosphäre.

224 GARDEROBENSCHRÄNKE. Vom Foyer aus, mit direktem Blick in das Schwimmbad, gelangt man über den Stiefelgang in den Umkleidebereich. Neben zwei Sammelumkleiden mit jeweils 30 Schränken stehen den Besuchern des modernisierten Gartenhallenbades zwei familien- und zwei behindertengerechte Wechselkabinen zur Verfügung.

Die Türen der 224 Garderobenschränke, darunter sechs behindertengerechte, sind mit einem frischen, belebenden Farbton versehen. Der Stiefelgang, die Umkleiden und der Sanitärbereich weisen im Allgemeinen dezente Farben mit leuchtenden Akzenten auf.

SCHWIMMER-, NICHTSCHWIMMER- UND PLANSCHBECKEN. Um die Attraktivität des Schwimmbades auch für Familien mit Kindern zu steigern, gibt es neben Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken nun auch Planschbecken mit verschiedenen Wasserattraktionen. Das neue Erlebnishallenbad gliedert sich in ein 25-Meter-Schwimmbecken mit einer von 1,85 Meter auf 3,50 Meter fallenden Wassertiefe sowie ein 12,5-Meter-Nichtschwimmerbecken mit Wassertiefen von 0,80 Meter bis 1,35 Meter. In allen Bereichen des Schwimmbads sind Wärmebänke zu finden, die die Wohlfühlatmosphäre steigern.

Die erfahrenen Schwimmer können sich an fünf Bahnen mit jeweils einem Startblock erfreuen. Für den perfekten Badespaß sorgt außerdem eine Sprunganlage mit einem Ein-Meter-Federsprungbrett sowie einem Drei-Meter-Sprungturm.

Für die kleineren Besucher gibt es zwei verschiedene Planschbecken: eines mit 0,15 Meter Wassertiefe und ein anderes mit 0,45 Meter. Die Gestaltung der Planschbecken erfolgte in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Kindergarten. Bei einem Wettbewerb konnten die Sprösslinge ihre Kreativität unter Beweis stellen und auf diese Weise an der Gestaltung mitwirken. Zusätzlich lassen drei verschiedene interaktive Wasserspielgeräte das Kinderherz höher schlagen.

BISTRO UND IMBISS. Stärken können sich die großen und kleinen Badegäste schließlich in dem modernisierten integrierten Bistro. Der neue Gastronomiebereich mit einer Imbissausgabe ist sowohl von der Schwimmhalle als auch vom Saunabereich aus erreichbar. So ist für jeden Geschmack etwas dabei – für Jung und Alt, für Aktive und Entspannungssuchende.

DIVERSE SAUNEN. Als wesentlichen Punkt der Modernisierung und Attraktivierung des Gartenhallenbads betrachteten die Architekten die Erweiterung um einen Saunabereich. Die einmalige Saunalandschaft mit dem eindrucksvollen Freibereich ist ein Erlebnis für jeden Wellness-Fan.

Der neue, funktional eigenständige Bereich, aber in den Badebetrieb integrierte Bereich lässt das Herz der Besucher höher schlagen. Die Saunalandschaft lässt die Wahl zwischen einer 90 Grad Celsius heißen Finnischen Sauna für 20 Personen, einer Dampfsauna sowie einem Sanarium mit 55 Grad Celsius für jeweils 18 Personen.

FOTOS
Ben Pakalski

INKLUSIVE SAUNAGARTEN. Die Materialien Holz und Stein unterstreichen das gemütliche und gediegene Ambiente. Zusätzlich ist die Saunaanlage in die warme Farbgestaltung einbezogen und unterstützt somit den Aspekt der Entspannung. Die Gestaltung des Kaltwasser- und Duschbereichs vermittelt dagegen wieder erfrischende Klarheit. Für eine Stärkung stehen den Gästen 27 Sitzplätze in der Saunabar zur Verfügung.

Die Erweiterung um eine Saunalandschaft wurde durch die Ergänzung des Saunagartens vervollkommnet. Neben einer Außensauna für 17 Personen und einer überdachten Außendusche wurde ein Ruheraum mit sieben Liegen errichtet.

BLÜTENBILDER IM JAHRESRHYTHMUS. Die Freianlagen stehen in Verbindung mit dem Gartenhallenbad als inhaltliche Erweiterung. Gehölzgruppen aus Kupfer-Felsenbirnen, Ahorn mit purpurfarbener Belaubung, immergrüne Kiefern und Eisenholzbaum, trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen sowie schmückende Begrünung im Pflanzbehälter geben dem Bau den plastischen Rahmen. Die Laubgehölze fallen auf durch die Farbe der Rinden und Blätter, die Herbstfärbung und ihre Luftigkeit.

Mit Blütenbildern im Jahresrythmus wird das Innenraumkonzept nach Außen transportiert: Den Auftakt im Frühjahr bildet purpurfarbener Zierlauch mit seinen Begleitpflanzen an der Ost- und Nordfassade, im Sommer blühen warmweiße Taglilien vor den Ruheräumen auf der Nordseite, das herbstliche Finale im Garten wird mit hellvioletten Astern vor dem Haupteingang gestaltet, und die Saunagartenfreunde können sich an winterlichen Pflanzenbildern mit Bambus und Kiefern erfreuen.

Die Pflegeeingriffe sind aufgrund der Pflanzenauswahl auf ein Minimum beschränkt. Eine Versenkberegnungsanlage bewässert bei Trockenheit komfortabel die Pflanz- und Rasenflächen.

Der Vorplatz mit seinen kraftvoll erweiterten Zugängen wird durch elegante Leuchten bei Dunkelheit erhellt. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute Farbtemperatur, ausgezeichnete Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke und optimalen Sehkomfort aus. Für eine funktionierende Gesamtanlage erfolgte die Ausstattung mit Anlehnbügeln für Fahrräder und Abfallbehältern im modernen Design.