Neubau Firmenzentrale Kaffee Partner Osnabrück

Geschwungene Bänder im Spiel der Wellen

An der Fassade wie in den Innenräumen bringt
die Corporate Architecture Dynamik
und Innovationskraft zum Ausdruck

FOTO: 3deluxe

SKULPTURALES OBJEKT MIT ÖKONOMISCHER FUNKTIONALITÄT. Mit der neuen Firmenzentrale des Unternehmens Kaffee Partner – eines führenden Anbieters professioneller Kaffeeautomaten – haben 3deluxe eine ambitioniert gestaltete Firmenarchitektur mit expressiver Formensprache realisiert. Auf einem 28.600 Quadratmeter großen Areal in Osnabrück entstand in nur 16 Monaten Bauzeit ein dreiteiliger Gebäudekomplex mit einer Grundfläche von 9.800 Quadratmetern. Der äußerst kosteneffizient umgesetzte Entwurf vereint die ästhetische Wirkung eines skulpturalen Architekturobjekts mit der ökonomischen Funktionalität gewerblicher Bauten.

Bei der Konzeption des Verwaltungstraktes galt es, die von igk bereits geplante Logistikhalle und Werkstatt harmonisch in das Gebäudeensemble einzubinden. Das konnte mit individuell produzierten Fassadenvorhangelementen gelöst werden, deren fließende Formen Lebendigkeit, Leichtigkeit und Innovationskraft als unternehmerische Werte von Kaffee Partner zum Ausdruck bringen.

Neubau Firmenzentrale Kaffee Partner in Osnabrück
FOTO: Emanuel Raab, Wiesbaden
FOTO: 3deluxe
FOTO: 3deluxe

3deluxe transdisciplinary design
Schwalbacher Straße 74
D-65186 Wiesbaden
Tel. +49 (0)611 / 9522 05-0
info@3deluxe.de
www.3deluxe.de

Ingenieurgemeinschaft
igk Krabbe GmbH & Co. KG
Am Mühlengarten 5
49076 Osnabrück
Tel. +49 (0)541 / 9121 2-0
Fax +49 (0)541 / 9121 2-20
info@igk-krabbe.de
www.igk-krabbe.de

FLIESSENDE LINIEN VERKÖRPERN LEBENDIGKEIT UND LEICHTIGKEIT. Das architektonische und innenarchitektonische Farbkonzept der neuen Firmenzentrale kombiniert Weiß als Hauptfarbe mit naturnahen Farbtönen aus der Welt des Kaffees und trägt ebenfalls zu einem ganzheitlichen Erscheinungsbild des Unternehmens bei. Asymmetrisch geschwungene, geschossübergreifende Fassadenbänder verbinden die drei Baukörper des U-förmigen Komplexes miteinander und überspielen elegant das orthogonale Konstruktionsraster der Betonskelettbauten. Ihre fließenden Konturlinien verleihen der Architektur Dynamik und lassen eine visuelle Spannung entstehen, die ihren Höhepunkt in der bewegten, vertikal gestaffelten Komposition des Verwaltungstraktes findet. An der südöstlichen  Grundstücksecke neben der Zufahrt zum Firmengelände positioniert, stellt dieser Gebäudeteil einen prägnanten Blickfang dar. Seine in jedem Geschoss verschieden geformten und unterschiedlich weit auskragenden Deckenplatten sind allseitig mit den mäandrierenden Fassadenbändern eingefasst, die an dieser Stelle Brüstungsfunktion übernehmen. Passgenau zusammengesetzt aus 150 maßgefertigten und jeweils sechs Tonnen schweren Betonfertigteilen, strukturieren die Fassadenbänder die mehr als 100 m lange straßenseitige Ansicht der Firmenzentrale und erzeugen Tiefenräumlichkeit. Während sie auf dem kubischen Baukörper der Logistikhalle noch ein geradliniges Streifenrelief bilden, werden ihre Konturen in Richtung des Verwaltungsgebäudes zunehmend geschwungener und verformen sich zuletzt auch in der Fläche zu weichen Wellen. An der Vorderseite des Architekturensembles vollzieht sich diese Entwicklung in umgekehrter Richtung: Auf der Fassade des Kundenbetreuungstrakts, der rechts des viergeschossigen Verwaltungsbaus angeordnet ist, verlaufen die Fassadenbänder wieder als gerade konturierte Streifen parallel zur Gebäudefront.

FOTO: 3deluxe
FOTO: 3deluxe

Dem Umfeld des Gebäudes entsprechend, wurde die dynamisierende Fassadengestaltung für eine Betrachtung aus Augenhöhe und kurzer Distanz entwickelt. Aus der Perspektive fußläufiger oder motorisierter Passanten präsentieren die Untersichten der überlappenden Geschossplatten und Fassadenbänder ein variantenreiches Spiel mit Form, Licht und Schatten. Zeitweise überziehen Lichtreflektionen von den kupferfarbenen Fensterrahmen und Sonnenschutzlamellen die weißen Flächen mit einem zarten metallischen Schimmer.

VORSTANDSETAGE IM PENTHOUSE. Der akzentuiert gestaltete Eckbau der Verwaltung ist nicht nur visueller, sondern auch organisatorischer Dreh- und Angelpunkt der Firmenzentrale. Sein Raumprogramm umfasst neben Mitarbeiterbüros und Konferenzräumen auch gemeinschaftlich genutzte Lounge- Zonen als Orte informellen Austausches.

Die Büroräumlichkeiten für den Vorstand sind in einem auf der Dachterrasse aufgesattelten Penthouse untergebracht, dessen Kubatur die rechtwinklige Grundstruktur des Gebäudekomplexes aufgreift. Der mit weißen Metallpaneelen verkleidete Dachaufbau beinhaltet zwei Chefbüros, ein Empfangs- und ein Kaminzimmer sowie einen Konferenzraum. Aus den oberflächenbündig in die Fassade integrierten Panoramafenstern überblickt man das zehn Hektar große Firmenareal. Die Vorstandsetage ist mit maßgefertigtem Mobiliar und hochwertigen Ausbaumaterialien ausgestattet, wobei weißer Mineralwerkstoff sowie helles und dunkles Echtholzfurnier dominieren.

AUSGEWÄHLTE, AN DIESEM BAUPROJEKT
BETEILIGTE FIRMEN:


MALERARBEITEN
Gering Malerbetrieb GmbH

FOTO: Emanuel Raab, Wiesbaden
FOTO: Emanuel Raab, Wiesbaden
FOTO: Emanuel Raab, Wiesbaden

In der Innenraumgestaltung kehren Elemente der Architektur wieder: In Anlehnung an die Formgebung der Fassadenbänder durchschneidet eine raumübergreifende Intarsie aus dunklem Eichenholz die weiße Wand hinter der ebenfalls geschwungen geformten Empfangstheke. Im Kaminzimmer wurden Kamin und Wandschränke zu einem Relief aus einander durchdringenden Kuben arrangiert.


FORUM MIT ATMOSPHÄRISCHER BRANDWORLD. Zwischen Verwaltung und Kundenbetreuung befindet sich der Haupteingang zur Firmenzentrale, der in das halböffentliche Forum führt. Dort wurde eine atmosphärische Brandworld mit Produktausstellung, Cafeteria und mehreren Lounges geschaffen. Aufwändige Detaillösungen und Sonderanfertigungen, wie beispielsweise die perforierten Raumtrenner aus thermisch verformtem und wasserstrahlgeschnittenem Mineralwerkstoff, zeichnen auch das Einrichtungskonzept dieses Bereichs aus. Weiße Intarsien im dunklen Eichenparkett des Fußbodens verbinden die einzelnen Raumzonen des Forums in Form geschwungener, sich mehrfach kreuzender Linien.

Die frei im Raum stehenden Möbelelemente sind mobil und können für Veranstaltungen umgruppiert oder wegtransportiert werden. Da sie zum Teil mehr als 350 kg wiegen, verfügen sie über eine hydraulische Hebemechanik.

Als bauliche Umsetzung einer gemeinsamen Mitte fördert das Forum neben der Außenwirkung des Unternehmens auch die interne Kultur und Kommunikation. Sämtliche Mitarbeiter betreten die Firmenzentrale über diesen zentralen Treffpunkt und verteilen sich von dort aus an die verschiedenen Arbeitsstätten.

In den Pausen bietet sich das Forum als Aufenthaltsbereich an. Darüber hinaus wird es für firmeninterne Events und Schulungen genutzt.

Um diese offene und soziale Firmenphilosophie noch stärker für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen, wurde auf dem Firmengelände ein „Coffee Drive Thru“ mit kleiner Gastronomie errichtet. Das pavillonartige Gebäude fügt sich harmonisch in das Gesamtensemble ein, bildet aber dank seiner expressiven Gestaltung einen markanten Anlaufpunkt für Fußgänger und Autofahrer.

AUTHENTISCH GELEBTE UNTERNEHMENSKULTUR. Insgesamt präsentiert sich die neue Firmenzentrale von Kaffee Partner den rund 300 Mitarbeitern des mittelständischen Unternehmens, seinen Kunden und den Bürgern Osnabrücks als freundliche und zeitgemäße Arbeitswelt, in der Architektur und Design unverzichtbarer Bestandteil einer authentisch gelebten Produkt- und Unternehmenskultur sind.

FOTO: Emanuel Raab, Wiesbaden