Bauprojekt Einfamilien-Haus in Holzbauweise in Tübingen
Neubau Einfamilien-Haus in Holzbauweise in Tübingen

Neubau Einfamilien-Haus in Holzbauweise in Tübingen

Turmartige, kompakte Kubatur mit ausformuliertem Dachkörper

Maximum an Wohnqualität bei minimierter Wohnfläche und minimiertem Materialeinsatz

PASSIVHAUSTECHNOLOGIE. Das 365 Quadratmeter große Baugrundstück in Tübingen liegt an einem Südhang mit Blick über die Stadt und auf das Tübinger Schloss. Vorgabe des Bebauungsplans aus den 60er Jahren war das einzuhaltende Baufenster und die „Einfügung in das Umfeld“ nach § 34 des Baugesetzbuchs. Vorgabe der Bauherren war es, ein Haus für die Familie zu entwerfen, das für zwei Erwachsene und vier Kinder passiv beheizten Wohnraum bietet.

Durch den Einsatz energetisch effizienter Passivhaustechnologie, selbstverständliche Materialverwendung und besonnenen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen wurde das Gebäude zukunftsfähig gestaltet. Die Anpassbarkeit des Wohnhauses an die Lebenssituation der Familie war ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

Amunt Architekten
Martenson und Nagel Theissen

www.amunt.info

Björn Martenson
Schervierstraße 66
D-52066 Aachen
Tel. +49 (0)241 / 9971 57-4
Fax +49 (0)241 / 9971 57-6
email@amunt.info

Sonja Nagel & Jan Theissen
Wilhelmstraße 3
D-70372 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 / 8496 3-41
Fax +49 (0)711 / 8496 3-31
email@amunt.info

WOHNATMOSPHÄRE. Aber was ist ein „guter“ Wohnraum, was macht ihn aus und was braucht man eigentlich wirklich? Diese Fragen leiteten die AMUNT Architekten bei der Entwicklung der Grundrisse, die unter den Gesichtspunkten Raumausnutzung, Funktionalität und Flexibilität optimiert und besonders effektiv gestaltet sind.

Bei minimiertem Materialeinsatz sollte ein Maximum an räumlichen Qualitäten erzielt werden. Ideenreiche Überlagerungen von Raumbereichen und Nutzungen sollten den Bewohnern – trotz minimierter Wohnfläche – ein Wohngefühl von Großzügigkeit sowie vielfältige Atmosphären und Möglichkeiten bieten.

Neubau Einfamilien-Haus in Holzbauweise in Tübingen

WOHNKÜCHE. Die Wohnküche ist mit dem Balkon durch eine große Glas-Schiebetür verbunden. In den warmen Monaten kann der Wohnraum auf den weit auskragenden, zwölf Quadratmeter großen Balkon ausgedehnt werden.

Die Bodenplatte der Wohnküche wurde aufgeständert. Auf diese Weise konnten Rigole und 75 Meter Luft-Erdwärme-Tauscher im Erdreich verlegt werden.

SPLITTBARKEIT. Durch eine Holzwand im Flur des Obergeschosses kann die Wohnung im Dachgeschoss von der Hauptwohnung getrennt werden. So entsteht eine separate zweite Wohnung mit Garderobenbereich und eigenem, direktem Zugang von außen.

Der Eingangsbereich beinhaltet den Hausanschlussraum und die Garderobe. Darüber hinaus fungiert er als Kaltluftfalle, der den höherliegenden Wohnraum vor Zugluft schützt.

RAUMAUSNUTZUNG. Die Vorgaben geringer Grundstücksgröße und einzuhaltender Abstandsflächen und der für sechs Menschen benötigte Wohnraum führten dazu, dass sich das Gebäude turmartig in die Höhe entwickelte. In seiner kompakten Kubatur und dem ausformulierten Dachkörper nimmt das Haus Beziehungen zu den umliegenden grauen Tuffsteingebäuden aus den 1920er Jahren auf, die zeitgenössisch interpretiert werden.

Der Schwenk der walmdachartigen, mehrfach geknickten Dachform resultiert zum einen aus dem angestrebten maximal möglichen Raumvolumen und der minimal notwendigen Abstandsfläche, die durch eine Neigung von siebzig Grad laut Landesbauordnung möglich ist, und zum anderen aus dem Wunsch der Nachbarin – die das Grundstück nur unter dieser Voraussetzung verkauft hatte –, die Blickachse zum Tübinger Schloss freizuhalten.

VERGLASUNGSFLÄCHEN. Die Südfassade ist großflächig verglast, um ein Maximum an solaren Gewinnen zu gewährleisten. Die durchbrochene Beschattungspaneele vor den raumhohen Fenstern interpretieren den traditionellen Klappladen und bereichern den Innenraum mit einem atmosphärischen Lichtspiel.

Das über dem Tiefhof liegende Wohnzimmer wechselt die Orientierung und öffnet sich durch seine vollflächige Verglasung nach Westen. Auf diese Weise fängt es die Abendsonne ein.

MASSIVHOLZBAU. Das Gebäude ist ein Massivholzbau, bestehend aus 136 Elementen. Konsequent zieht sich das Material Holz durch die Konstruktion und sämtliche Oberflächen im Inneren.  

Die Industrieoberflächen der Kreuzlagenholzelemente sind geschliffen, gelaugt und geseift. Dadurch bleibt der helle Charakter des Holzes erhalten.

FOTOS
Brigida Gonzalez
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