Neubau Doppel-Einfamilienhaus in Ennetbaden


Aussen vereint,
innen entzweit



Ein Minergie-Haus,
das es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat

VERZERRTE UND BESCHNITTENE QUADER. Am Südhang von Ennetbaden in einer sehr heterogenen Umgebung, was die gebaute Architektur anbelangt, ist trotz kleiner Grundstückfläche von knapp 640 Quadratmetern ein grosszügiges Minergie Doppel-Einfamilienhaus entstanden, welches im Hinblick auf die Organisation einen spannenden und unkonventionellen Weg geht.

Das Grundvolumen besteht aus einem verzerrten Quader. Dieses Grundvolumen wurde von den Architekten an den verschiedensten Stellen beschnitten.

Nebst dem daraus resultierenden attraktiven Restvolumen musste jeder dieser Schnitte auch eine Zusatzfunktion erfüllen:

  1. Der Schnitt im Norden des Erdgeschosses schuf Platz für die nordseitige Zufahrt zum Haus.
  2. Der Durchbruch im Erdgeschoss öffnete den Zugang in den von beiden Parteien genutzte Gartenbereich.
  3. Der Schnitt im Süden des Erdgeschosses brachte der „unteren“ Partei die gedeckte Südterrasse, welche innerhalb des Hauptquaders untergebracht werden sollte.
  4. Die beiden letzten Volumenschliffe im Attikageschoss ermöglichten die Süd- und Nordterrasse für die „obere“ Partei.
Neubau Doppel-Einfamilienhaus in Ennetbaden

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FOTOS
Sabrina Scheja, Heerbrugg

Die hangseitige Wohneinheit erstreckt sich über 4 Geschosse und wird über einen zentralen Kern erschlossen. Im Untergeschoss befinden sich die gemeinsame Haustechnik sowie ein Bastelraum. Das Erdgeschoss mit Eingang und Garderobe dient weiter nur als Aufgang zum Obergeschoss mit den Schlafzimmern. Prägendes Element ist auch hier die Erschliessung mit der übereinanderliegenden Treppe, welche Laufrichtung und Einstiegsseite geschossweise wechselt. Im Attikageschoss wird der Kern über polygonale Ausschnitte in Wand und Decke belichtet. Der umliegenden Wohn- und Esszone mit Küche sind süd- und nordseitig Terrassen angeordnet. Dabei ist vor allem die Südseite mit Blick ab dem Holzrost und der teilweise intensiven Dachbegrünung atemberaubend. Hinsichtlich der Materialisierung wählte man einen Mix zwischen Hartbeton und Eichenparkett als Bodenbeläge in Kombination mit Sichtbetondecken und partiellen Sichtbetonwänden.

Dieses Doppelhaus hat es im wahrsten Sinn des Wortes in sich: aussen vereint – innen entzweit.

VON AUSSEN IST DER TYP DOPPELHAUS IN KEINER WEISE ABLESBAR. Die Hauptflächen sind mit einem 6-mm-Putz, welcher horizontal gezogen wurde, behandelt und in einem fein abgestimmten Grünton gestrichen. Im Gegensatz dazu wurden die Schnittflächen mit einem 0,5-mm-Feinverputz in brauner Farbe gestaltet und so die Volumenschnitte zusätzlich herausgearbeitet.

Auch die Fenster wurden zweifarbig behandelt: Vorstehend und kastenförmig ausgebildet, wurden sie aussen aluminiumfarbig gehalten, während die flächenbündigen, kleinformatigen und öffenbaren Flügel in einem Goldton erscheinen.

INNENRÄUMLICH SIND DIE BEIDEN GEBÄUDEEINHEITEN GRUNDVERSCHIEDEN. Die talseitig gelegene Einheit erstreckt sich vom Unter- und in diesem Fall auch natürlich belichtetem Schlafgeschoss über das Erdgeschoss mit Wohnen/Essen/Küche hinauf ins Obergeschoss mit den Schlafzimmern. Als Erschliessung der drei Geschosse dient eine fortlaufende Treppe, welche – an der Brandmauer angelehnt – ein prägendes Element im Innenraum bildet. Mit dieser Anordnung kann der zweigeschossige Wohnbereich ohne übliche Erschliessung auskommen und gewinnt so an Kraft und Dynamik. Ebenfalls prägend ist die archaisch anmutende Gestaltung des Innenraums mit Sichtbetondecken, Sichtbetonböden und partiellen Sichtbetonwänden sowie einer weissen Küche mit Ortbetonabdeckung.