Neubau DLR SpaceLIFT Bremen

Ein Forschungsgebäude, das technisch, ökologisch, ökonomisch und funktional Maßstäbe setzt

Ausgezeichnet mit dem DGNB-Zertifikat in Bronze

GERINGE NEBENKOSTEN. Das Forschungsgebäude SpaceLIFT des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Bremen setzt technisch, ökologisch, ökonomisch und funktional Maßstäbe. Es bietet Eigentümern und Nutzern mehr Komfort, geringere Nebenkosten und einen höheren Marktwert.

Dafür ist es mit dem DGNB-Zertifikat in Bronze ausgezeichnet worden. So übernimmt das DLR SpaceLIFT Bremen eine Vorreiterrolle im Bereich des Laborbaus: Es ist das dritte Forschungsgebäude, das diese Anerkennung in Deutschland erhält.

Bauprojekt DLR SpaceLIFT Bremen

kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH
Agrippinawerft 18
D-50678 Köln
Tel. +49 (0)221 / 9216 43-0
Fax +49 (0)221 / 9216 43-50
koeln@ksg-architekten.de
www.ksg-architekten.info

LABORE, REINRÄUME, WERKSTÄTTEN. Das von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg) zusammen mit Feldschnieders + Kister aus Bremen fertiggestellte Projekt beheimatet hochtechnisierte Entwicklungs- und Testlabore sowie Reinräume und Werkstätten im Bereich der Systemtechnik. Die Fassade des Gebäudes erinnert durch eigens entwickelte Keramikkacheln, welche anhand eines speziell gestalteten Verlegesystems scharenförmig auf die wärmedämmende Hülle aufgeklebt wurden, an das Hitzeschutzschild eines Spaceshuttles.

Das SpaceLIFT Bremen entstand am Rand des Hochschulcampus. Angeschlossen über eine Verbindungsbrücke wurde das vorhandene Gebäude um ein zweigeschossiges Laborgebäude erweitert.

UNTERSCHIEDLICHE ANFORDERUNGEN. Die besondere Herausforderung bestand darin, die unterschiedlichen Nutzerinteressen in einem gemeinsamen Gebäude zu realisieren. So erfordern die Bereiche Systemkonditionierung und Systemintegration eine hochspezialisierte Laboreinrichtung mit Reinraumtechnik, während im Explorationslabor ein vierzig Quadratmeter großer "Sandkasten" bei der Durchführung von Versuchen eine hohe Staubbelastung erzeugt. Das Kryolabor stellt darüber hinaus höchste Ansprüche an den Explosionsschutz.

Wesentlich bei der Grundrissgestaltung war die Öffnung des Gebäudes für Besuchergruppen durch die Integration des öffentlichen Besucherflurs im Obergeschoss bei gleichzeitig hohem Sicherheitsstandard der Labore. Vom Besucherflur aus ist es den Gästen möglich, in die zweigeschossigen Laborbereiche zu blicken. Eine gemeinsam mit dem DLR entwickelte Ausstellung zeigt die Aufgaben des DLR.

FOTOS
Yohan Zerdoun, Freiburg

„SPACESHUTTLE“-FASSADE. Nach außen formuliert sich der quadratische Grundriss des Instituts für Raumfahrtsysteme als eigenständiger Baukörper mit einer kompakten, zweigeschossigen, geschlossenen Kubatur. Um eine Corporate Identity für das DLR zu schaffen, erhielt das Gebäude in Anlehnung an die Hitzeschutzkacheln des Spaceshuttles eine scharenförmig angeordnete, anthrazitfarbene Haut aus keramischen Kacheln.

Die Verlegung dieser quadratischen Kacheln im Maß von ca. 20 cm x 20 cm erfolgte diagonal. Die Verkleidungsebenen wurden durch schrägwinkelige Dehnungsfugen durchbrochen.

Die so entstehenden Scharen legen sich wie ein Band um die gesamte Fassade. Wenige notwendige Fenster- und Türöffnungen, der repräsentative Eingang mit dem großen Schaufenster sowie die großen, als geschlossene Schiebeelemente geplanten Tore der drei Laboreinheiten setzen gestalterische Akzente auf der Fassade.

Die Keramikkacheln sind vollflächig im Klebebett auf ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Das Wärmedämmverbundsystem wurde auf die tragende Stahlbetonaußenwand gedübelt.

Im Außenraum erscheint das Gebäude leicht schwebend: Es erhielt im Sockelbereich ein umlaufendes, leicht zurückspringendes, blaues Lichtband.