Bauprojekt Comida y Pan und Comida y Luz in Wien

Gegensatzpaar mit vertauschten Vorzeichen

So kann man im Restaurant
im sechsten Obergeschoss
Wien und den Prater von oben erleben –
und ist in der Cafeteria im Erdgeschoss
bereits mittendrin

Bauprojekt Comida y Pan und Comida y Luz in Wien

Deshalb widmeten die Söhne & Partner Architekten zunächst ein paar Räume um. So entwickelte sich ein Flachdach im sechsten Obergeschoss zur Raucherterrasse, und eine für die WC-Anlagen geplante Fläche im Erdgeschoss verwandelte sich in ein Separee, das durch das Einsetzen von Flaschenregalen in die ehemaligen Türrahmen dezent vom restlichen Raum getrennt ist und durch die Transparenz der Abriegelung trotzdem eine Verbindung beibehält. Zudem galt es, die benutzerspezifische Lokallogistik wie beispielsweise Küche und Bar sowie Kühl- und Lagerräume im engen Korsett des Stahlbetonbaus und der bereits umgesetzten Haustechnikanlagen unterzubringen.

EINE GEWISSE BEHAGLICHKEIT. Die Nüchternheit der vorgegebenen Lokalitäten war beeindruckend und erinnerte eher an die Räume eines Sakralbaus als an die eines Restaurants. Aus Sicht der Architekten und des Bauherrn sollen die Gasträume – die profanen Räume – eine gewisse Behaglichkeit ausstrahlen. Die Aufgabe und die Gratwanderung des Entwurfs bestand darin, einerseits die einzigartige architektonische Vorgabe der Räumlichkeiten und andererseits die spezifischen Benutzerwünsche des Bauherrn auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

DIE OPTIMIERTE RAUMWIDMUNG. Die Cafeteria Comida y Pan und das Restaurant Comida y Luz befinden sich im Executive Building, das von den spanischen Architekten NO.MAD in Wien errichtet worden war. Im Zug eines Auswahlverfahrens wurden die Söhne & Partner Architekten von der Comida-Crew mit der Ausarbeitung und Erstellung der Projektidee beauftragt. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, an dem die Architektur des Gebäudes und die Räume der beiden Lokale schon längst festgestanden und der Rohbau bereits fertig gestellt war.

Söhne & Partner architekten
S&P Architekten ZT Gmbh

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DIE WAHL DER FARBEN. Auf Grund der schlechten Raumakustik konzipierten die Architekten akustische Maßnahmen und gestalteten damit gleichzeitig den Raum. Dabei handelt es sich um Akustikpaneele, deren tetrisförmige Anordnung sich formal an die Gestaltung der Fassade anlehnt.

Im Gegenzug zu dem vorherrschenden Grau der Sichtbetonoberflächen und der Bodenbeläge im Foyer entschieden sich die Architekten, den Boden und die Materialen der Tische, Möbel und Wandakustikpaneele dunkel auszuführen. Dunkel deshalb, um dem Raum einen besseren Halt zu geben, Grenzen zu setzen.

Die Wahl der Farben – innen dunkel, außen hell – ist auch an die Farbwahl des Gebäudes angelehnt. Wie in den öffentlichen Räumen des NO.MAD Baus setzten die Söhne & Partner Architekten ebenfalls Spiegeln ein, um die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum sowie zwischen Raum und Illusion zu verwischen. Streetart und grafische Elemente fassen die Räume wieder.

FOTOS
Markus Kaiser, Graz

EIN SIGNIFIKANTER UNTERSCHIED. Im Zuge der Projektphase haben die Architekten sich gemeinsam mit dem Bauherrn entschieden, beide Lokale bis auf die unterschiedlichen Lichtobjekte sehr ähnlich zu gestalten. Denn die Örtlichkeiten der Räume sind so signifikant, dass sich auf Grund der Vorgabe zwei völlig unterschiedliche Erlebniswelten eröffnen. So kann man im Restaurant im sechsten Obergeschoss Wien und den Prater von oben erleben – und ist in der Cafeteria im Erdgeschoss bereits mittendrin.

Das helle Design der großen, weißen Lampen im Gastgarten soll nicht nur als Erkennungsmerkmal dienen, sondern auch die Gäste schon von weitem zum Verweilen einladen. Mit den weißen Holztischen und den vier Meter hohen, überdimensionalen Tischleuchten ist die Einrichtung der Terrasse an den Wiener Würstelprater angelehnt und geht so in der Umgebung auf.