Neubau Chemiepraktikum der RWTH Aachen

Neubau Chemiepraktikum der RWTH Aachen

Nur auf den ersten Blick ein Solitär

In seiner polygonen Form reagiert das Gebäude präzise
und bis ins Detail auf die städtebauliche Situation

„Das Gebäude ist nur auf den ersten Blick ein Solitär. In seiner polygonen Form reagiert es präzise auf die städtebauliche Situation und führt das bis in die Detailgestaltung der Materialität und Farbe der Fassade fort. Vom Stadtraum plastisch angeschnitten, zeigt die Putzfassade eine Struktur und bündige Lochfenster in großen Metallrahmen – im Gegensatz zu der Seitenfassade. Dem flächenmäßig kleinen Gebäude gelingt eine neue Wahrnehmung der chemischen Institute im Stadtraum“, so Architekt Johannes Kister zum Entwurf.

ECKSTEIN-FUNKTION. Nach einem vorgeschalteten VOF-Verfahren realisierten kister scheithauer gross (ksg) den Neubau des Chemiepraktikums für die RWTH Aachen. Bauherr ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Das monolithische Gebäude fungiert als Eckstein für die vorhandene Bebauung und trägt dadurch maßgebend zur Adressbildung der Chemischen Institute bei.

kister scheithauer gross
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PUTZ AUF WDVS. Das Gebäude wurde mit einer Putzfassade auf einem Wärmedämmverbundsystem ausgeführt. Die Differenzierung der Gebäudeseiten erfolgte durch die verschiedenen Oberflächenbearbeitungen des Putzes. Dieser mineralische Oberputz wurde teilweise von Hand mit einem unregelmäßigen Muster versehen und teilweise als klassischer, glatter Putz realisiert.

FOTOS
Yohan Zerdoun, Freiburg

Die Fenster sind nach Erschließungs- und Laborbereichen differenziert. Aus den Foyers, die sich als Vorbereich auf jeder Etage befinden, und aus dem Treppenhaus blickt man durch raumhohe, außenbündige Wärme- und Sonnenschutzverglasungen auf die Kaiserstadt.

Die Pfosten-Riegel-Elemente sind außen durch große Rahmen aus eloxierten Aluminiumplatten eingefasst. Die Laborbereiche kennzeichnen sich von außen durch die tief in der Laibung liegenden Brüstungsfensterbänder mit außenliegendem Sonnenschutz.

Um die Nutzungsflexibilität der „Open Space“-Labore zu wahren, wurden weitspannende Flachdecken mit einer Stärke von dreißig Zentimetern ausgeführt. Im Süden und Norden dienen massive Kerne, in denen sich die Nebennutzungen und Treppenhäuser befinden, zur Aussteifung des Gebäudes. Die Lasten werden durch klassische Streifenfundamente in den Untergrund abgeleitet.