Neubau Café Minah Hamburg

Ein Eis am Kai mit grandiosem Ausblick

Wahrer Logenplatz auf meterhohem Podest und öffenbarer Glasfassade zur Elbe hin

LEUCHTTURMARTIGE POSITION. Fast wie ein Leuchtturm steht hoch auf der schützenden Deichmauer der Hamburger Innenstadt das kleine, aber feine Eiscafé Minah. Die herausgehobene Position bietet grandiose Ausblicke auf eine ganze Reihe echter Hamburgensien: Mit Nikolaifleet, Binnenhafen und Zollkanal hat man wichtige Etappen der Hafenentwicklung zu Füßen, die Speicherstadt gegenüber ist der Stolz der Hamburger Kaufleute, dann ragt die Elbphilharmonie hoch hinauf, und an der Kehrwiederspitze schließlich folgt das Fernweh dem Lauf des Flusses Richtung Nordsee.

RENNER HAINKE WIRTH
ARCHITEKTEN GMBH
Bernstorffstraße 71
D-22767 Hamburg
Tel. +49 (0)40 / 4313 52-40
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Neubau Café Minah Hamburg

FOTOS
Jochen Stüber, Hamburg
www.objektfotografie-stueber.de

Das nach Süden orientierte Gebäude für die kleine Auszeit vom Alltag entstand nach den Plänen der Renner Hainke Wirth Architekten. Es liegt gut einen Meter über dem Kajen, wie dort die Strasse entlang des Elbufers heißt. Die geschwungene Gestalt des Gebäudes entwickelt sich aus der Form der Kaimauer.

FILIGRANER STAHLBAU. Eine raumhohe, umlaufende Glasfassade öffnet den filigranen Stahlbau in alle Richtungen. Zur Straße hin ist die Fassade als Festverglasung ausgeführt und mit einem Wellenmotiv bedruckt, das gestalterisch die Nähe des Pavillons zum Wasser aufgreift. Die Bedruckung der Glasflächen wird nach oben immer transparenter und schirmt damit den Besucher zur geschäftigen Straße hin ab, lässt aber dennoch ungehinderte Blicke von innen nach außen zu.

In Richtung der Elbe und des Elbufer-Wanderwegs lässt sich die Glasfassade des Gebäudes mittels einer 3,60 Meter hohen Ganzglas-Schiebetüranlage komplett öffnen. Die Grenze zwischen außen und innen scheint aufgehoben, mit allen Sinnen kann dann das Umfeld erlebt werden. Da die massive Flutschutzmauer auf der Promenade direkte Blicke vom Café auf das angrenzende Hafenbecken behinderte, haben die Architekten im Innenraum ein 95 Zentimeter hohes Podest für die Tische und Stühle der Gäste konzipiert: wahre Logenplätze für freie Sicht auf Wasser und Hafen!

INNEN WEISS UND LILA. Rückwärtig und kompakt angeordnete Nebenräume für die Toiletten, die Küche und das Lager sowie der Eistresen bilden den zentralen, aussteifenden Kern des Gebäudes. Die Farbwelt des Gastraumes ist kühl und frisch in weiß gehalten, die klare, lichte Möblierung unterstützt die Wirkung. Als Kontrapunkt regt das für den Tresenbereich gewählte fruchtige Lila die Sinne an.

Das Eiscafé musste in einem sehr engen Budgetrahmen realisiert werden, was durch die intensive und gute Zusammenarbeit von Bauherren und Architekten mit viel persönlichem Einsatz von beiden Seiten gelang. Minah ist übrigens ein arabischer Begriff und bedeutet Hafen: Der Name ist Programm.