Neubau Betriebshof Donaueschingen

Neubau Betriebshof Donaueschingen

Das Gebäude als Werkzeug

Optimiert im Hinblick auf seine Funktionen
und weitestgehend selbsterklärend

WENIG FASSADENFLÄCHEN, KURZE WEGE. Das architektonische Anforderungs-Profil des Betriebshofs Donaueschingen ist sehr heterogen. Der Betriebshof – eine Außenstelle des Regierungspräsidiums Freiburg – unterstützt die Arbeit der Gewässerdirektion im weitflächigen Bereich der Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz an den Gewässern erster Ordnung, also an Donau, Breg und Brigach. Dazu wird ein umfangreicher Fahrzeug- und Maschinenpark eingesetzt: Großgeräte wie geländegängige Traktoren mit angebautem Häcksler und großvolumigem Ladewagen, kleinere Trucks und Transporter sowie Handgeräte. Ferner wird Material beispielsweise für Verbau- und Sicherungsmaßnahmen bis hin zu Sandsäcken vorgehalten. Für die Wartung und Reparatur der Fahrzeuge, Maschinen und Geräte werden Werkstattbereiche benötigt. Schließlich müssen den Mitarbeitern Büro-, Sozial- und Sanitärräume bereitgestellt werden.

Zur Bewältigung dieser Anforderungen wurden unter intensiver Einbindung der Nutzer umfangreiche Varianten untersucht. Im Ergebnis konnte sich die Darstellung der einzelnen Funktionen in separaten Gebäuden nicht durchsetzen. Statt dessen ist ein einteiliger Gebäudekomplex entstanden. Ähnlich dem früheren Slogan von Kaufhäusern – „Alles unter einem Dach“ – sind dort sämtliche Funktionen in einem hallenartigen Gebäude mit Kopfbau untergebracht. Das hat den Vorteil, dass Fassadenflächen eingespart werden und die einzelnen Funktionsbereiche eng miteinander verknüpft sind. Somit entstand eine ökonomisch optimierte und auch unter dem Begriff der Nachhaltigkeit hervorragende Lösung.

FOTOS
Sebastian Lemme
www.lemmesebastian.de

Der umfangreiche Fahrzeug- und Maschinenpark nimmt mit rund 650 Quadratmetern die größte Fläche in Anspruch. Daneben befindet sich die Metall- und die Holz-Werkstatt sowie ein Lagerraum für Kleinteile und Betriebsstoffe mit insgesamt etwa 160 Quadratmetern. Der Kopfbereich wurde zweigeschossig ausgeführt: Dort sind auf circa 120 Quadratmetern die Büro- und Sozialräume untergebracht. Außerdem befindet sich dort die Leitstelle für das Rückhaltebecken Wolterdingen.

hölzenbein architekten
planungsgesellschaft mbh

haldenstrasse 7
D-78166 donaueschingen
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EFFIZIENT UND UMWELTSCHONEND. Als Material für die Tragkonstruktion wurden Varianten in Holz, Stahl und Stahlbeton bewertet. Eine Stahlbetonkonstruktion konnte die günstigsten Werte aufweisen und wurde in der Planung umgesetzt. Eine Besonderheit weisen die beiden Seitenwände des Sozialgebäudes aus. Sie wurden mit Gabionen versehen, die mit Flusskies gefüllt sind – dies als kleiner Hinweis auf die Nutzung. Die Belastung der öffentlichen Kanalisation wird durch den Einsatz von extensiv begrünten Dächern mit geminderten Abflusswerten reduziert. Zum Schutz der Gewässer werden die entsprechenden Fahrbereiche mit Koalenz-Abscheideanlagen vorgesehen.
Der Energieverbrauch wird durch Wärmedämmungen gemäß ENEV 2009 reduziert.
Als CO²-neutrale Heizung wird eine Pellet-Heizung umgesetzt. Ein wirtschaftlicher Betrieb des Gebäudes ist somit gewährleistet.

Konzipiert ist das komplette Gebäude als „Werkzeug“: optimiert im Hinblick auf seine Funktionen und weitestgehend selbsterklärend – die solide Basis für zeitsparendes, effizientes Arbeiten bei energiesparendem, umweltschonendem Betrieb.